Heute ging es nach Cochem. Meine erste eigene Reisegruppe besteht aus 7 „dynamischen Damen“, die nach dem Frühstück im Restaurant abgeholt werden und nach Cochem gefahren werden wollen. Am Sonntag soll ich sie wieder abholen, aber um dazubleiben ist Cochem nicht weit genug. Macht auch nichts, sowas behalte ich mir vor bis Anne mal mitfahren kann. Dann kann man daraus direkt einen Kurzurlaub machen :)


Die Fahrt soll auf Empfehlung meines Chefs mitten durch die Eifel gehen. Das sind nur 135km, über die A4 und A61 sind es über 170. Ausserdem kann man die Bundesstrassen in der Eifel gut fahren – also mache ich das auch so. Dazu kommt dass ich für die 7 Damen natürlich nur einen kleinen Sprinter bekomme. Ich bin gespannt wann es mal die erste größere Gruppe sein darf, aber ich glaube mittlerweile, dass kleine Gruppen zum Einfühlen in den Job besser geeignet sind. Dazu bin ich etwas Mikrofonscheu und kann mich durch einfaches umdrehen (natürlich nur im Stand) bequem mit den Fahrgästen unterhalten.

Am Restaurant angekommen sehe ich schon ein Grüppchen von Frauen zwischen 40 und 70 stehen (grob geschätzt) und halte direkt vor Ihnen an. Ich stehe ein wenig im Weg, aber das macht mir nichts, ich versuche mal den Service nach ganz vorne zu stellen. Ich steige aus und sagen „guten Morgen, ich soll Sie nach Cochem bringen“ halb als Frage und halb als Vorstellung. „Jaaaaa!“ kam die Antwort. „Alles klar, mein Name ist Schepers und ich…“ – „Dürfen wir Ihren Vornamen bitte wissen?!“
Äh…
„Natürlich, sagen Sie bitte Martin!“ Ein Lächeln rauscht über die ohnehin schon gut gelaunten Gesichter und ich gehe nach hinten um Auto um die Koffer einzuladen. Ich bekomme mit, dass das Hotel erst um 15 Uhr bezogen werden darf und biete an, die Koffer am Hotel abzuladen und die Damen in die Ortsmitte zu bringen. Das stößt auf große Begeisterung.
Jaja ich weiss, ich bin ein Schleimer :)
Aber ich muss auch erstmal ausprobieren, wie man mit Fahrgästen umgeht, und sowas kommt offenbar sehr gut an. Und ist für mich kein wirklicher Mehraufwand.

Ein paar Minuten später sitzen wir dann im Auto, ich sage nett aber bestimmt wo wir lang fahren und wie lange die Fahrt dauern wird. Kurze Erwähnung der Möglichkeit über die Autobahn zu fahren, aber da die Eifel doch viel schöner ist und wir vor allem Zeit haben, setze ich die „schöne Route“ für die Damen an. Pause machen wir selbstverständlich gerne bei Bedarf. Wieder Begeisterung, und los gehts!

Über Roetgen geht es Richtung Schleiden, Nürburgring und Blankenheim weiter nach Cochem. Die Strecke geht keineswegs nur geradeaus, man muss sehr oft abbiegen und aus dem Kopf hätte ich das nie hinbekommen. Aber der Sprinter hat ein modernes Navi und so entwickelt sich die Fahrt als sehr einfach – allerdings musste ich ihm erst abgewöhnen, ständig auf die Autobahn zu wollen. Mit der Einstellung „Autobahn vermeiden“ lief es dann aber prima!

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Ca. eine Stunde nach dem Start machen wir eine Raucherpause, noch etwas später ergibt sich eine Gelegenheit ein WC aufzusuchen.

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Mitten in der Vulkaneifel, irgendwo im Nirgendwo.

Nach fast 3 Stunden doch recht anstrengender Fahrt kommen wir in Cochem an. Es hat geregnet und die Damen bangen um ihr Wochenende, aber der Wetterbericht verspricht zumindest dass es trocken bleiben soll und so lehne ich mich aus dem Fenster und verspreche Ihnen selbiges… Ohje :)

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Hotel direkt am Moselufer

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Cochem ist in das Moseltal an die Berge gebaut, das sieht aus wie gemalt

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Blick in die andere Richtung

Die Damen sind begeistert von mir und laden mich noch zu einem Kaffee ein, weiterhin bekomme ich einen Umschlag mit 20 EUR Trinkgeld. Uiii!
Das ist ja alles Neuland für und daher freut es mich sehr dass es dieses Mal alles so gut klappt. Diese Fahrt hat den ersten, etwas unglücklich verlaufenden Ausflug zum Kölner Zoo mehr als wett gemacht!

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