11 Leute von Broichweiden nach Kalkar stand heute auf dem Programm, Sonntag wieder abholen. Ich habe bisher keine Erfahrungen mit Kegelclubs auf Wochenendtrips, das sollte sich heute ändern.
Angekommen in Broichweiden hielt ich vor einem Wohnhaus. Auto aufmachen, klingeln, „Guten Tag!“, vor mir stehen eine Reihe Koffer und im Wohnzimmer sitzen hinter einer Nebelwand die Fahrgäste und fragen als erstes, ob man im Bus rauchen dürfte. Leider nein, aber wir können ja Pausen machen.


Also gut. Eingeladen werden also eine Reihe Koffer, ein Kasten Bier, eine Kühltasche, eine Tasche mit Bechern und Cola sowie ein riesiger Thermobehälter, ebenfalls voll mit Bier. Dazu noch eine 3 Liter Smirnoff Flasche. Na das kann ja was werden. Die Stimmung ist gut, aber ich bin nur der Busfahrer und werde daher nicht besonders einbezogen, geschweige denn beachtet.

Also, erstmal losfahren. Das Navi schlägt eine Strecke die A61 hoch vor, und ab Kaldenkirchen 40km über die Dörfer. Nee das spare ich mir lieber, die A57 liegt näher an Kalkar und es sind nur ca. 10-20km mehr. Hinten fliegen die Kronenkorken und die Blicke der Gäste werden etwas glasiger.

Wie ich schon geschrieben habe, bin ich ein wenig Mikrofonscheu, aber irgendwann muss ich da auch mal ran. Also nehme ich mir vor, nach ca. 40km vor dem nächsten Rastplatz mal eine Ansage zu machen und eine Pause anzubieten. Ich hab ja Zeit, mir die Worte zurecht zu legen.
Dann kommt er, der nächste Rastplatz, und ich höre von hinten schon erste Unterhaltungen zwischen den Gästen, dass bald mal ein Rastplatz kommen könnte. Mist! Die Pause wollte ich doch anbieten. Egal, ich ziehe meinen Plan durch und Greif zum Mikro: Räusper – „Sooo… Ich darf kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten – ich hoffe es geht allen noch gut?“ Schweigen… Na toll. Einer bequemt sich nach ein paar Sekunden „Jawoooll!“. Dankeschön.
„Das Bier ist noch kalt und in ausreichender Menge vorhanden?“ Zustimmendes Murmeln, und einer kräht: „Ich muss mal Pipi!“. Schon wieder dazwischen gefunkt. Egal, also biete ich den nächsten Rastplatz an und ernte Applaus. Na geht doch. Aber aus meiner Sicht voll in die Hose gegangen. Naja, das nächste Mal.

Weitere Ansagen klemme ich mir, es klappt auch so: 40km weiter möchte man nochmal anhalten, dort ist dieses Foto entstanden:

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So viel fehlt noch nicht, aber immerhin!

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Die Pausen werden auch ausgiebig zum rauchen genutzt. Im Bus setzt sich zum Glück keiner darüber hinweg.

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Nach nur noch einem weiteren Stop – die reine Fahrtzeit betrug immerhin nur 2 Stunden – sind wir in Kalkar.

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Jetzt siehts schon anders aus in der Flasche, aber ganz leer bekommen sie sie nicht. Trotzdem wollte die ganze Besatzung am Park angekommen erstmal garnicht aus dem Bus aussteigen. Und das obwohl ich nicht auf dem Busparkplatz gehalten habe, sondern direkt bis zum Eingangstor vorgefahren bin.
Das geht mit einem Kleinbus gut, mit einem Reisebus sollte man das nicht machen und da tatsächlich den Busparkplatz ansteuern. Der Eingang zur gesamten Anlage inkl. dem Hotel erfolgt über den Haupteingang. Auch vom Busparkplatz aus gibt es keinen weiteren Zugang.

Wie auch immer, irgendwann bequemen die Leute sich und verlassen den Bus, aber nur um sich direkt dahinter auf die Steine zu setzen und glasig aus der Wäsche zu schauen.

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Und weil man in Kalkars Kernwasser Wunderland (wie heisst das Ding denn nun??) keine Alkoholika mit reinnehmen darf, werde ich gebeten, alles mit zum Bushof zu nehmen und auf der Rückfahrt wieder dabei zu haben.
Klaaaar, kann ich machen. Ich bin ja ein netter Busfahrer 😀

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