Hä?
Genau das dachten wir uns auch.
Aber vielleicht halten die da ja eine Weihnachtsfeier ab, oder ein anderes spezielles Event?
Jedenfalls wurde ich vom Disponenten des neuen Unternehmens gefragt, ob ich nicht kurzfristig am nächsten Tag besagte Tour machen könnte. Klar kann ich! Alte Leute sind immer sehr nett, ich mag solche Fahrten. Ausserdem könnte Anne da auch mitfahren, den Service unterwegs machen und gemeinsam könnten wir dann einen schönen Tag im Park verbringen.
Insgesamt fahren wir übrigens mit 8 Bussen, das sind an die 500 Personen.

Also ist nun planen angesagt.Ich erkläre Anne, wie ich mir die erste gemeinsame Fahrt vorstelle. Anne mag Mikrofone, im Gegensatz zu mir hat sie keine Probleme, auf einer Bühne vor Menschen zu sprechen. Warum also auch nicht im Bus? Ich erkläre ihr wie ich die Gäste begrüße und sie stellt sich eine kleine Rede zusammen, die sie dann gefühlte 100mal an mir probt :)

Morgens fahren wir dann mit dem Auto zum Wohnmobil, laden die Getränke ein und sind sehr früh am Bus. Alles einpacken, ich erkläre Anne die technischen Gegebenheiten und die Kaffeemaschine, denn besonders bei den älteren Herrschaften wollen wir die erste Runde kostenlosen Kaffee anbieten, das finden die bestimmt super!

Der Bus kommt wie beim letzten mal noch in die Waschanlage, nun habe ich mir auch zeigen lassen wie die funktioniert und kann beim nächsten Mal selbst reinfahren. Ausserdem weiss ich nun wo die Toilette zu entsorgen ist und bin auch so nicht mehr so ganz nervös wie beim letzten Mal. Es reicht aber immer noch um nicht still sitzen zu können.
Anne hat sich angezogen wie die Großeltern sich die Enkelin vorstellen, und so hoffen wir darauf, dankbare Gesichter zu sehen, und vielleicht den ein oder anderen Taler in unserer Trinkgeldkasse.

Dann geht es los, die Sammelstelle ist ca. eine halbe Stunde ausserhalb, Abfahrt ist komischerweise erst um 13 Uhr, wir sind eine halbe Stunde vorher da. An der Sammelstelle angekommen werfen Anne und ich uns erstmal fragende Blicke zu, denn über den Parkplatz rennen viele Erwachsene mit mehr oder weniger kleinen Kindern. Wir parken die Busse und erkundigen uns, was hier denn nun genau abgeht.
Das ist auch schnell geklärt. Nicht ein Altenheim fährt hier weg, sondern die AWO (Arbeiterwohlfahrt) hat den Ausflug organisiert. Und das wurde vom Disponenten wohl frei mit „Altenheim“ übersetzt.
Seehr schön.

Familien mit Kindern haben immer Rucksackweise Essen und Trinken dabei, die ausgedachte Begrüssungsrede muss auf die schnelle umgestellt werden, reden wir die gemischte Gruppe aus Kindern und Erwachsenen nun mit „Sie“ oder „Du“ an, und was machen wir mit den wieder mal 40 Tassen frisch gekochtem Kaffee?

Der Bus füllt sich dann langsam, die Leute sind nett und um kurz nach 13 Uhr gehts los. Blöderweise etwas hektisch, auf einmal steht ein Bus hinter mir und will losfahren, vor mir setzt sich alles in Bewegung und ich passe nicht genau auf. Nach 2 Metern bleibe ich dann nochmal stehen, springe raus und mache den Kofferraum zu, nach weiteren 500m halte ich vor einem Kreisverkehr kurz an, um meine Jacke reinzuholen, die in den Stufen lag und auf der Strasse schliff. Wieder hinsetzen, tief Luft holen, und nun bloss keine Fehler mehr machen.
Anne hat in der Zeit schon Ihre Rede aufgesagt und Applaus geerntet, nun sind wir unterwegs.

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Der Rest läuft nach Plan, ich habe sogar garkeine Probleme damit, dass hinter meinem Sitz die Kinder krakeelen und Spass haben, ich grinse einfach mit, weil’s teilweise auch wirklich niedlich lustig ist.
Wir verbringen dann noch einen schönen Tag im Park, fahren mit dem Colorado Express, Anne fährt alleine mit der Black Mamba und wir schauen ins im IMAX Kino i Simulator eine Reise ein Rennen durch Atlantis an.

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Wartebereich vor dem Kino. Jeder nur ein Kreuz.

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Der Haupteingang, winterlich beleuchtet und geschmückt.

Blöd ist, dass man sich gegen Abend nirgendwo reinsetzen kann, alle Restaurants sind entweder zu oder in „geschlossener Gesellschaft“ ausgebucht.

Um 20 Uhr gehts wieder nach Hause. Die Schlussansage klappt auch gut, die Fahrgäste steigen aus und bedanken sich, sehr schön. Zusammen haben wir 13 Flaschen Getränke verkauft, im Topf sind 19 EUR, also immerhin 6 EUR Trinkgeld…

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Kaputt nach einem anstrengendem Tag, und wieder in „Zivil“

Feierabend, schön wars trotzdem. Nur werde ich in Zukunft dem Disponenten nicht mehr blind vertrauen…

4 Antworten zu “Ein Altenheim fährt ins Phantasialand”
  1. Jens sagt:

    Wo ist das Bild von „Anne hat sich angezogen wie die Großeltern sich die Enkelin vorstellen…“ ???

    Schön schön, wäre auch mal gerne wieder in einem Freizeitpark…

  2. zurken sagt:

    Ja, das Foto von der Enkelin möchte ich auch sehen!!!

    „Alte Leute sind immer sehr nett“
    Naja, sagen wir mal lieber „oft“ nett…

    6 Euro Trinkgeld bei 40 Leuten oder wie viele waren das? Hört sich nicht spendabel an.

    Ich war noch nie in so einem Park, und nach deinem Bericht zu urteilen, habe ich auch nichts verpasst. Kinder und Park – 2 gute Gründe, NICHT Busfahrer zu werden :-)

  3. Kätzchen sagt:

    Happy und ich hatten auch einen schönen Tag! :)
    Das Bild mit den „brave Enkelin-Klamotten“ fehlt definitiv!

  4. Jens sagt:

    Wo ist das „brave-Enkelin-Klamotten“-Bild?

  5.