Um kurz vor 13 Uhr Uhr habe ich mich wieder auf dem beschriebenen Parkplatz in Maastricht am Fähranleger eingefunden, und etwas später kamen meine Fahrgäste. Von hier aus ging es nun nach Valkenburg zum Chateau Gerlach. Eine Mischung aus sehenswerter Kirche in gothischer Bauweise und Luxushotel mit englischem Garten, der wie mit der Nagelschere geschnitten aussah, sehr beeindruckend. Nicht mein Geschmack, aber beeindrucken.

Hier residierte auch schon George W. Bush, so nobel ist das Hotel…

Wie auch immer. Meine Reisegruppe hat hier einen Snack eingenommen, und ich wurde netterweise mit eingeladen. Bei Essen habe ich mich dann mal bei den Organisatoren erkundigt, wie sich die Gruppe denn so zusammensetzt. Dabei sind mir dann die Ohren übergegangen. Es handelt sich um eine Gruppe pensionierter, hochkarätiger ehemaliger Manager aus Firmen, die jeder von uns schonmal gehört hat. Siemens, Bosch, BASF, Höchst, und der ehemalige Chef von Salamander Schuhe.

Diese Herren haben sich 1970 das erste Mal in Baden-Baden auf einer Tagung für junge Manager kennen gelernt und treffen sich seit dem Jahr für Jahr zu einem Event wie heute. Ich hörte nun noch einige interessante Geschichten, viele mussten zB mit ansehen, wie nach Ihrer Pensionierung der Konzern zerschlagen wurde, in den sie viel Arbeit und Herzblut gesteckt haben.

Der älteste Teilnehmer war 88 Jahre alt und wirkte etwas gebrechlich, das lag aber offenbar natürlich an seinem hohen Alter, zum anderen war das aber auch darauf zurück zu führen, dass er im Krieg als junger Soldat einen Lungendurchschuss durch einen Granatsplitter erlitten hatte. Er erzählte, dass er sehr dankbar darüber ist, dass er mit den Folgen dieser Verletzung bis heute leben konnte.

Eben dieser Herr nahm sich auf einer Fahrt zwischendurch das Mikrofon und erzählte auf 20 Minuten komprimiert die gesamte Geschichte der Niederlande vom 15. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg, und das ganze mit genauen Daten, Namen und vielen Fakten und Details. Und das alles aus dem Kopf und derart anschaulich, dass man meinen könnte, er wäre selbst dabei gewesen. Leider hab ich nicht viel behalten können, da ich mich ja nicht unwesentlich aufs Fahren konzentrieren musste. Aber was ich mitbekommen habe war sehr spannend und wirkte absolut authentisch.

Um 15 Uhr war Abfahrt in Valkenburg, und aufgrund einer unübersichtlichen Verkehrslage habe ich einmal zuviel auf den Verkehr und zu wenig auf den Weg geachtet. Das Ergebnis: falsch abgebogen. „Kein Problem, wir können da hinten hochfahren!“ meinte der Organisator, das war aber nix. Am Ende sind wir soweit ins Land reingefahren, dass zwei der Gruppe, die vom Hotel aus per PKW zum Bahnhof Aachen gebracht werden sollten, Ihren Zug nicht mehr bekommen hätten. Kurz entschlossen habe ich dann vorgeschlagen, direkt mit dem Bus zum Bahnhof zu fahren, wir waren eh schon auf halbem Weg dorthin. Der Vorschlag wurde dankend angekommen und die beiden haben ihren Zug bekommen.

Der Rückweg durch die Aachener Innenstadt hat sich wegen des Feierabendverkehrs noch etwas gezogen, gegen viertel nach 4 waren wir dann aber doch wieder am Hotel Terworm in Heerlen und ich habe nach einer ausgiebigen Gassirunde mit dem Bus-Hund noch ein paar Fotos von dem wirklich malerisch gelegenen Hotel gemacht:

DSC01222.JPG

Der Innenhof

DSC01221.JPG

Aussenansicht

DSC01220.JPG

Der Garten

Link zum Hotel in Google Maps.

Um 18 Uhr ging es dann Richtung Herzogenrath, hier hat der Organisator in seinem Privathaus einen Empfang ausgerichtet. Ich habe die Gruppe dort abgesetzt und wir haben für 22.30 Uhr die Abholung und den Transfer zum Hotel vereinbart.

Bis dahin kann ich nun tatsächlich hier zu Hause sitzen, so gefällt mir das :)

Keine Kommentare möglich.