Als ich heute morgen, zeitlich mal wieder etwas knapp, auf den Hof kam, war der Bus-Schlüssel nicht da. Ich soll die „Badewanne“ nehmen, so wird der Toyota-Bus von den Kollegen genannt. Passend wie ich finde :)

Nach einigem Durchfragen habe ich erfahren, dass der Junior-Chef mit dem Praktikanten schon am Bus ist, ich soll mal hingehen.

Praktikant?

Genau, und ich soll ihn mitnehmen. Ob der von mir was lernen kann? :)

Also schnell los, wir sind spät dran, und treffen uns in Alsdorf mit einem zweiten Kollegen mit einem größeren Bus. Und es kam wie es kommen musste, immer wenn ich knapp in der Zeit bin, hat der vorherige Fahrer nicht getankt. So ein Mist! Also schnell den Kollegen angerufen, und ihn zum Warten auf halber Strecke überredet. Dort haben wir uns dann auch getroffen und waren so gerade noch pünktlich vor Ort um die Fahrgäste aufzunehmen.

Es geht in die Vulkaneifel, der schnellste Weg dorthin geht über Belgien. Leider gehen die Ausläufer der Eifel bis nach Belgien rein, und die Badewanne hat mit nur 150 PS echte Probleme, die Berge hochzukommen. Der Kollege fährt vor und muss mehr als einmal auf uns waren. Sehr unangenehm…

In der Eifel haben wir dann noch eine Reiseleiterin aufgenommen, und sind dann blöderweise zu einem Ziel gefahren, an dem wir eine knappe halbe Stunde vorher schon vorbeigefahren sind. Wie blöd, da hätte die ja mal hinkommen können!

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Vor allem weil die von uns befahrenen Strassen in der Eifel so aussahen…

Nach einer Rundfahrt und Besichtigung eines Klosters ging es dann schon zum Mittagessen zum Cafe am Maar.

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Na dann 😉

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Die Tischdekoration finde ich allerdings etwas merkwürdig. Das Essen ist dafür aber okay.

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Mal eben die Dorfstrasse gesperrt…

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Blick auf das kreisrunde Maar neben dem Cafe. Das war mal ein Vulkan.

Bisher ist die Reisebegleitung im großen Bus mitgefahren, nun kam sie zu uns, die Gäste sollten ja auch was davon haben. Generell fand ich das ganze aber sehr unglücklich geplant.

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Gut reden konnte sie aber, und ständig hat sie in Ihre Erzählungen kleine Witze eingebaut, das war recht lustig. Aber auf einmal hat sie gefragt, ob die Fahrgäste nicht ein Lied mit ihr singen möchten.

wtf?

Sie fing an, ein altes Aachener Volkslied zu trällern, und man glaube es kaum, zwei Sätze weiter sang der ganze Bus mit. Urgs!

Als nächstes haben wir einen Kaltwassergeysir besucht, der alle halbe Stunde soviel Druck aufgebaut hat, dass er einmal Wasser rauspustet und dann wieder Zeit zum „aufladen“ braucht. Blöd war, dass er genau gepustet hat als wir angekommen sind, und die halbe Stunde warten wollte die Führerin nicht.

Wer jetzt übrigens einen Geysir mitten im Vulkangestein abseits der Zivilisation erwartet der wird enttäuscht:

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Touristengerecht aufgebaut, in der Mitte eines Dorfes.

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Mit Busparkplätzen…

Auf der anderen Strassenseite gab es ein Cafe, aber wir mussten den Weg zum 15km entfernten Mittagsrestaurant zurückfahren weil dort der Kaffeetisch gebucht war. DIe Reisebegleitung wohnt übrigens dem Restaurant gegenüber auf der anderen Strassenseite.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

Die Rückfahrt war unspektakulär, allerdings habe ich von dem Praktikanten noch einiges interessantes erfahren. Er war früher mal Begleitschutz in München und besas dafür sogar einen Waffenschein, einige hochkarätige Sportler liessen sich regelmäßig von ihm begleiten und er hat in dieser Zeit viel über Deeskalation gelernt und anwenden müssen.

Später hat er als Kaufhausdetektiv gearbeitet, und als er irgendwann mal für eine gestohlene Flasche Parfüm eine Pistole auf der Stirn zwischen seinen Augen gesehen hatte, war auch der Job für ihn gelaufen. Mit zwei Kindern, das dritte Unterwegs, denkt man dann doch etwas anders über solche Situationen.

Die Frage ist, ob der Job des Busfahres da famiientauglicher ist. Das Busunternehmen bei dem ich fahre macht allerdings sehr viele Tagesfahrten, von daher könnte das schon was für ihn sein.

Zum Abschluss nochmal etwas Lesefutter für Vulkaneifel-Interessierte, ansonsten war es das für heute :)

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3 Antworten zu “Vulkaneifel mit zwei Bussen – und mit Praktikant”
  1. Marco sagt:

    Der ganze Bus sang mit? Wirklich der ganze? Du auch? 😉

  2. Martin sagt:

    Nee. War Öcher Liedgut, das kannte ich nicht… 😉

  3. Nadine sagt:

    Badewanne trifft es gut, ich nenne das Ding immer Schiff (weil es so schaukelt). Für mich sollte sich das Thema Caetano aber erstmal erledigt haben – ich hab das Ding echt nicht gemocht.

  4.