Richtig alte Hasen, also ehemalige Busfahrer, zu sprechen, diese Gelegenheit hat man nicht oft.

Auf meiner heutigen Fahrt nach Trier waren meine Fahrgäste ein Chor aus Kornelimünster, die hier in Trier in einer Kirche ein Konzert gegeben haben. Anschliessend gab es Mittagessen und eine zweistündige Stadtrundfahrt, die übrigens für geschichtlich interessierte hochinteressant und unbedingt zu empfehlen ist.

Trier war nämlich, was ich noch garnicht wusste, eine der 4 römischen Hauptstädte und ist die älteste Stadt Deutschlands. Von hier aus wurde das gesamte weströmische Reich regiert, von England über die Bnelux-Staaten, Frankreich bis Spanien und Portugal. Entsprechend beeindruckend ist die Stadtgeschichte, besonders wenn sie so blumig und viel furztrockenem Humor vorgetragen wird, wie ich es heute erleben durfte. Aber darum geht’s hier ja nicht.

Einer der Säger gab sich im Laufe des Ausluges als ehemaliger Busfahrer bei der Aseag zu erkennen und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. In den 50er Jahren hat er begonnen, damals waren Linienbusse wie Reisebusse (welche die Aseag damals noch in Betrieb hatte) mit einem unsynchronisierten Schaltgetriebe ausgestattet. Das heisst: Anfahren, Auskuppeln, Gang raus in den Leerlauf, Einkuppeln, Gasgeben damit das Getriebe auf Drehzahl kommt, Auskuppeln und den nächsten Gang rein.

Er erzählte, die Schaltvorgänge zwischen den Haltestellen waren kaum zu zählen, und wenn der Bus kurz vorher auch noch neue Bremsen bekommen hat, dann ist er bei der Ablösung am Bahnhof mit zitternden Knien und wackelnden Beinen ausgestiegen. Lenkhilfen gab es natürlich auch nicht, ich kann und mag mir kaum vorstellen, das das für ein Knochenjob gewesen sein muss.

Auch den Anderthalbdecker, den die Aseag derzeit restauriert, kannte er noch. Leider wurden wir unterbrochen, und ich konnte nicht viel mehr erfahren, aber das war schon interessant. Ich hoffe, dass sich solche Gelegenheiten noch öfter ergeben.

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