Vor ein paar Wochen bin ich innerhalb von ein paar Tagen gleich zweimal kontrolliert worden. Zuerst am Frankfurter Flughafen, auf einmal stand der Zoll bei mir am Bus und hatte einen Fragebogen in der Hand.

Wieso der Zoll? Na, die haben nichts mehr zu tun seit die Grenzübergänge alle offen sind, und so werden die Beamten nun zum Aufspüren von Schwarzarbeitern eingesetzt. So auch hier, nur dass die beiden Männer die vor mir standen mit meiner Situation nicht wirklich viel anfangen konnten.

„Sie sind also Selbstständig?“

„Ja, genau.“

„Also sind sie die Firma XY?“ und deutet auf die Adresse auf der Tür.

„Nein, das ist mein Auftraggeber, ich fahre als Dienstleistung.“

Verwirrte Blicke…

„Aber das machen Sie mit ihrem eigenen Bus?“

„Nein, der ist auch von der Firma XY, ich biete nur meinen Arbeitseinsatz“.

„Machen Sie das hauptberuflich?“

„Nein, das wäre ja eine Scheinselbstständigkeit, hauptberuflich bin ich Webdesigner.“

Verwirrte Blicke…

„Also, ich fahre Bus nur zum Hobby, das auch nur ein paar Mal im Jahr, hauptberuflich mache ich was anderes, und nutze meinen Gewerbeschein um die Dienstleistung in Rechnung zu stellen.“

Ich glaub, dann hatten sie es verstanden. Es gab allerdings noch ein paar Rückfragen, die mich daran zweifeln liessen, aber am Ende hatten sie es nach einigen „Ah!“s und „Aha!“s dann doch alles kapiert.

„Dann wünschen wir Ihnen noch gute Fahrt, wir denken dass Ihre Sache wegen Geringfügigkeit nicht weiter verfolgt wird.“

„Naja, sollen sie mal, ich denke da gibt’s nichts zu verfolgen“.

„Ja, so genau wissen wir das jetzt auch nicht. Also, schöne Fahrt noch!“

Und waren verschwunden.

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Was ich noch erwähnen möchte ist, dass die beiden überaus freundlich, absolut garnicht herablassend und mit viel gutem Willen für das Problem an die Sache herangegangen sind. Ich durfte sogar während des Interviews meinen Salat weiter essen, denn sonst hätte es mit der Ankunft meiner Fahrgäste nicht gepasst.

Somit war für mich die Sache erledigt.

Bis vorgestern, da stand auf einmal unangemeldet ein Zoll-Beamte aus Emmerich bei meinen Eltern (mein gemeldeter Wohnsitz) vor der Tür….

(to be continued)

6 Antworten zu “Kontrolle (1)”
  1. Marco sagt:

    Wo Du da ja nie bist …

    Ist aber auch nicht einfach mit diesen Hobbybusfahrern 😉

  2. ich habe einen klitzekleinen Verdacht da kommt noch ein Klops hinterher …
    :)

  3. Lutz sagt:

    Puh, da bin ich ja mal gespannt was da für eine Nummer draus wird.

    Sozialvorschriften und Arbeitsgesetze sind ja ein ziemlicher Wirrwarr.

    Mein Tipp: Sie glauben Dir nicht das Du Webprogrammierer bist und unterstellen Dir Scheinselbstständigkeit, oder so.

    Hoffen wir das die Jungs nicht zu viel Arbeit verursachen, und das nachher nicht noch irgendwas fällig wird, was man übersehen hat.

    Bin gespannt.
    ( Du liest zu viel Bestatterweblog, von wegen Cliffhänger 😉 )

  4. Martin sagt:

    Ich bin auch gespannt. Es ist noch eine Runde weiter gegangen, die ich auch noch verbloggen werde, aber zu Ende ist die Geschichte noch nicht. Dürfte für mich aber glimpflich ausgehen.

  5. Marco sagt:

    Na, wo bleibt Teil 2? Oder haben sie Dich schon verhaftet? Gibt es WLAN im Knast?

  6. […] (Fortsetzung von diesem Beitrag) […]

  7.