Geplant war München für mich als reines Freizeitvergnügen, wobei Bus fahren das für mich ja normalerweise auch ist. Aber in diesem Fall wollte und sollte ich auch wirklich nur Gast sein, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Am Samstag ging es morgens um 8 Uhr los Richtung München. Die Gruppe bzw. den Fanclub, welcher  die Fahrt veranstaltet hat kenne ich inzwischen seit Jahren und das sowohl als Teilnehmerin, als auch als Fahrerin. Auf dem Plan stand für Samstag die Fahrt nach München, der Abend zur freien Verfügung mit Hotelübernachtung und am Sonntag ein Zweitligaspiel in der Allianz-Arena mit anschließender Heimfahrt.

Der Kollege fuhr dann auch um 8 Uhr pünktlich los und es dauerte nicht lange, da klingelte sein Handy. Nach ca. 30 Sekunden war auch mir klar (ich saß daneben), wo das Gespräch enden würde – nämlich bei mir. Am anderen Ende war der Fahrdienstleiter und der kam dann mit der Bitte auf mich zu am Sonntag doch einen anderen Bus für die letzten zwei Stunden auf der Rückfahrt von München zu übernehmen. Der zweite Bus fuhr nur zum Spiel nach München, dass heißt vor dem Spiel hin und nach dem Spiel zurück. Trotz Zweifahrerbesatzung war aber schon vorher klar, dass es am Ende mit den Lenk- und Ruhezeiten nicht ganz reichen würde für die zwei Kollegen. Ich hab dann spontan zugesagt, 2 Stunden fahren war in meinen Augen kein Thema für Sonntag.

Wir sind dann samstags nach 8 Stunden in München angekommen und es war doch sehr angenehm einfach mit meinen Klamotten aus dem Bus zu steigen und mich um nichts mehr kümmern zu müssen:) Das ist dann ja doch schon anders, wenn man selbst fährt. Der Abend in München ging mit Verabredung, shoppen und Weihnachtsmarkt dann doch sehr schnell rum und um Mitternacht bin ich völlig k.o. ins Bett gefallen – die Nacht vorher war wohl doch zu kurz und hat sich gerächt.20091128NK013

Ich hab mir angewöhnt die Hotelzimmer, in welche ich übernachte mit dem Fotoapparat bildlich festzuhalten und werde die Fotos hier dann auch in meine Berichte einfließen lassen, dann bekommt Ihr mal einen Überblick, wo man als Busfahrer so unterkommt. In diesem Fall war das Hotel nicht das neuste, aber sehr sauber und ich hab mich wohlgefühlt. Das Frühstücksbuffet war super und somit kann ich das Hotel Antares in der Maxvorstadt für einen Städtebesuch empfehlen, wenn es mal für den kleinen Preis gehen soll.

20091128NK040

Um das Hotel herum gibt es allerlei Lokalitäten und am Marienplatz ist man zu Fuß in 10 Minuten.

Amalienstr.

Mein Mitfahrgefährt am Samstag und für den ersten Teil des Rückweges am Sonntag war folgender Plastikbomber:

Neoplan Skyliner

Selbst gefahren bin ich dann ebenfalls einen Neoplan Skyliner wie den auf dem Foto. Plastikbomber nenne ich eigentlich alle Neoplanbusse, weil die in meinen Augen vor allem im Fahrerbereich sehr nach Plastik aussehen. Das ist sicherlich rein subjektiv und soll auch nichts über die Qualität der Fahrzeuge sagen. Ich bin bekennender Setra und Mercedes Fan und da ordnet man die Konkurrenz einfach mal in die ein oder andere Schublade ein:)

Am Sonntag ging es dann erst zur Allianz-Arena und nach dem Fussballspiel zurück Richtung Rheinland. Am Rastplatz Bad Camberg habe ich dann meinen Bus verlassen und habe 10 Minuten später den anderen Bus übernommen. Für die beiden Kollegen, die bis dahin den Bus gelenkt hatten war das sicherlich nicht die schönste Lösung, weil die ja jetzt bis zum Fahrtende mit fahren mussten. Normalerweise ist es so, dass die Ablösung mit dem PKW anreist und die abgelösten Fahrer dann mit dem PKW zurückfahren und dementsprechend früher Feierabend haben. So haben mir die Kollegen noch Gesellschaft geleistet. Ansonsten hab ich den Bus dann noch ganz entspannt nach Hause gefahren und auf dem Betriebshof dem schon wartenden Wagenpfleger übergeben, so dass es dann auch schnell nach Hause ging.

4 Antworten zu “München oder unverhofft kommt oft”
  1. Jens sagt:

    Hallo Nadine,

    schöner Blogbeitrag und vor allem mal schön „hinter die Kulissen“ zu blicken, sowas finde ich sowieso immer Interessant, deswegen schaue ich ja auch Reportagen im Fernsehen – ich möchte gerne wissen, wie etwas funktioniert und nicht wie das Resultat später glänzt.

    Blog weiter so, auch mit den Hotelbildern…

    Gruß,
    Jens

  2. Berry sagt:

    Hallo Nadine,
    dein Beitrag gefällt mir dito. Wie Jens schon geschrieben hat, EinBlicke in andere
    Berufe sind immer spannend.
    LG Berry

    P.S. Kennst Du solche Busschleusen ?
    http://www.youtube.com/watch?v=zu8uXQu8MyE&feature=related

  3. Nadine sagt:

    Also so eine Busschleuse ist mir bisher erspart geblieben. Die haben die aber schön knapp bemessen.

  4. Martin sagt:

    So eine Schleuse kannte ich bisher nur aus meiner alten Heimat, Oer-Erkenschwick, direkt am Maritimo… Ich hab leider kein Bild gefunden, diese Schleusen waren aber erst der 2. oder 3. Anlauf einer PKW-Sperre, der geklappt hat. Die zuvor installierten Schranken haben nicht lange gehalten…

  5.