(Fortsetzung von diesem Beitrag)

Da stand also der Zoll-Beamte bei meinen Eltern, meine Mutter hat mich direkt angerufen und zum Glück gleich ans Telefon bekommen. Das folgende Telefonat mit dem Beamten hat Aufschluss gebracht, was denn überhaupt los ist.

Grundsätzlich geht es bei dieser ganzen Sache um die Frage, ob meine Tätigkeit bei einem Busunternehmen auf selbstständiger Basis überhaupt zulässig ist. Ich bin mir nicht wirklich über die wichtigen und im Gesetz grundlegenden Aspekte für dieses ohnehin etwas ungewöhnliche Auftraggeber-Kunden-Verhältnis im klaren, bin mir aber rein nach gesundem Menschenverstand sicher, dass ich mich auf der sicheren Seite befinde und den Staat nicht bescheisse.

Auftraggeber des Zolls ist der Rentenversicherungsträger, der für Arbeitnehmer die Sozialleistungen erhebt, und der will natürlich keine Drückeberger, auf gut Deutsch Schwarzarbeiter. Und genau sowas könnte bei mir dann doch zutreffen, zumindest wenn es nach dem Beamten geht der vor der Tür stand.

Er sieht das nicht so wie ich, und das hat er mir am Telefon unmißverständlich erklärt. Es wäre aber auch alles kein Problem, mein Auftraggeber soll mich halt gemäß eines Angestelltenverhältnisses korrekt anmelden und dann wäre alles gut. Das heisst für mich, auf Steuerkarte oder 400 EUR Basis arbeiten. Das habe ich so nicht stehen lassen und das ausführlich mit ihm ausdiskutiert, was dann damit endete, dass wir um ein persönliches Gespräch mit Vorlage von repräsentativen Unterlagen (Rechnungen) nicht herumkommen.

Kurz mit meiner Fassung ringen musste ich, als ich erfahren habe, dass die schon bei dem Busunternehmen gewesen sind, für das ich arbeite und mit dessen Bus ich in die Kontrolle geraten bin – sie hatten sich von diesem bereits alle meine Rechnungen besorgt. Ebenso hatten sie schon meine Gewerbeanmeldung vorliegen, in der natürlich überhaupt nichts von Busfahren steht.

Logisch, habe ich ihm erklärt, ich mache das ja auch wirklich nur sporadisch, maximal 20 Tage im Jahr, was soll ich das in mein Gewerbe eintragen? Ist doch auch nur eine Formsache, und in diesem Fall hat er mir auch zugestimmt.

An dieser Stelle habe ich ihn dann aber dennoch gebeten, die Sache nach Aachen zu übertragen, weil ich bestimmt nicht extra für ein solches Gespräch nach Emmerich fahre. Das war auch gut so, denn von meinem Busunternehmen habe ich kurz darauf erfahren, dass die Zoll-Beamten die meine Rechnungen mitgenommen haben, die ganze Sache ziemlich entspannt gesehen hatten.

Ich hoffe also mal, dass ich da mit einen blauen Auge rauskommen. Eigentlich gehe ich mal davon aus, dass die mich überhaupt nicht belangen können weil ihnen die Grundlage fehlt, aber offenbar bin ich da dem Wohlwollen des Zoll-Beamten ausgeliefert, der mein Sachbearbeiter in Aachen wird.

Diesen Anschein hat zumindest die völlige Unbeirrbarkeit des Beamten bei meinen Eltern geweckt. Man könnte fast meinen, er müsse eine Quote erfüllen…

(to be continued)

2 Antworten zu “Kontrolle (2)”
  1. Nadine sagt:

    Da würde ich mir mal keine Sorgen machen. Genauso machen das viele andere auch. Der einzige Haken könnte der fehlende Eintrag beim Gewerbe sein, aber das wird ja wohl kein Beinbruch sein.

  2. also ich würde auch mal vermuten dass das so in Ordnung geht.
    andererseits gibt es in unserer tollen Gesetzgebung so viele Ausnahmen und Einschränkungen dass für so einen Fall wie er bei dir vorliegt wahrscheinlich 20 Akten Gesetzestexte notwendig sind um die Richtigkeit zu überprüfen.
    eine Befürchtung von wegen Schwarzarbeit hätte ich allerdings doch nicht wenn du für deine Tätigkeit eine Rechnung ausstellst und die halt bei der Steuer als Einnahme mit angibst.
    da hilft nur: abwarten
    :)

  3.