Am letzten Wochenende ging es für mich ins Sauerland. Über die Fahrt hatte ich schon im Dezember mit dem Kunden gesprochen und da auch seitens des Busunternehmens nichts dagegen sprach, wollte ich jetzt auch keinen wetterbedingten Rückzieher machen. In diesem Fall ist es so, dass ich häufiger mit dem Kunden – eine Regionalligafussballmannschaft – fahre und da auch schon mal über zukünftige Fahrten gesprochen wird. Also ob ich das zeitlich machen könnte etc. Dann hängt es natürlich davon ab, wie die Planungen beim Busunternehmen sind. Wenn wenig los ist, werden verständlicherweise erstmal die festangestellten Fahrer verplant und dann geht man trotz Kundenwunsch schon mal leer aus.

In diesem Fall hatte aber alles geklappt und da mit Daisy auch viel Schnee vorhergesagt wurde, hab ich mir von der Werkstatt morgens noch Montageringe für die Schneeketten aufziehen lassen. Leider habe ich verpennt ein Foto zu machen, aber unter folgendem Link könnt ihr euch das System anschauen (links auf Montage LKW-Schneeketten klicken). Der Vorteil gegenüber den „normalen“ Schneeketten ist, dass man dann vor Ort weniger Arbeit hat und es schneller geht. Mit den herkömmlichen Ketten sollte man vorher schomal im trockenen geübt haben, sonst wirds schwierig.

Es ging dann morgens los und aufgrund der Wettervorhersage habe ich mich entschieden durchs Ruhrgebiet zu fahren. Die A1 durchs Bergische Land war mir zu riskant. Da steht schnell mal ein LKW am Berg quer und dann geht nichts mehr. Die Panikmache der Medien in Bezug auf’s Wetter hatte zur Folge, dass kaum jemand auf der Autobahn unterwegs war. Das war sehr angenehm, denn so fielen allzu viele Bremsmannöver bei oft verschneiter Straße weg und es ging mit durchschnittlich 80 km/h doch gut vorwärts.

Vor Ort hat der Bus dann den ganzen Tag gestanden und nach kurzer Zeit war die Frontscheibe komplett vereist.

Vereiste Frontscheibe

Das ist allerdings kein großes Problem, bei laufendem Motor ist die auch ohne Frontscheibenheizung in einer halben Stunde wieder frei – die gute Setra Frontscheibenbelüftung funktioniert halt tadellos.

Mannschaftsbusse

Was macht man dann den lieben langen Tag bei einem Hallenfussballturnier? Für mich kein Problem, ich bin fußballinteressiert und schaue gerne zu. Außerdem nutze ich die Gelegenheit oft, um auch ein bisschen zu fotografieren. Ansonsten unterhält man sich mal hier mal dort, zieht sich zwischendurch mal zum ausspannen in den Bus zurück und isst und trinkt:)

Die Rückfahrt war dann bis Dortmund entspannt. Im Sauerland und auf der A44 warend die Straßen geräumt und gestreut und ich konnte problemlos 100 km/h fahren. Mit dem Ortsschild Dortmund war das aber vorbei. Im Ruhrgebiet und in Düsseldorf hält man scheinbar nicht viel von zeitnahmen räumen und streuen, da lag der ganze Schnee und Matsch noch auf der Straße rum. Die 135 Kilometer habe ich dann aber trotzdem in unter 2 Stunden geschafft.

Zurück auf dem Betriebshof war dann leider nicht viel mit Toilette ablassen, der Gulli war total zugefroren. Ich hab dann die Frrontscheibe gründlich gereinigt und das Auto innen gesaugt und gewischt (bei den Minusgraden habe ich auf die Waschanlage mal verzichtet). Das mit dem Saugen hat leider länger gedauert, da unendlich viel Rollsplit im Wagen war und wischen dürfte ich dann auch noch, weil natürlich alle nasse Schuhe hatten und es entsprechend schmuddelig aussah. Gehört halt auch dazu und muss gemacht werden. Damit war dann nach 15 Stunden ein langer, aber netter Tag zu Ende.

4 Antworten zu “Mit Daisy ins Sauerland”
  1. Jens sagt:

    Geil, da links ist ja mein geliebter BVB Bus :-) , wie lange dauert denn so Schneeketten aufziehen??

  2. Nadine sagt:

    Du liebst die Biene Maja? :)
    Schneeketten aufziehen dauert bei herkömmlichen Ketten bei geübten Fahren ca. 30 Minuten pro Seite. Bei denen mit Montagering brauchst du aber auch 20 Minuten pro Seite, wenn du dich beeilst. Ist halt in der Kälte und wenn es dazu noch nass ist alles etwas schwieriger.

  3. maik sagt:

    >>> wie lange dauert denn so Schneeketten aufziehen??

    Bei mir mindestens fünf Stunden. Ich habe zwar Ketten dabei, aber nur zur Ansicht. Aufziehen tue ich die nie.
    Wenn es nicht mehr weiter geht, bleibe ich stehen, der Winterdienst kommt irgendwann.

  4. Nadine sagt:

    Ich kann meinem Kunden aber schlecht sagen, dass es nicht weitergeht, weil ich nicht in der Lage bin Schneeketten aufzuziehen. Das muss dann schon gehen.

  5.