Es gibt in dem Unternehmen, für das ich gerade fahre, tatsächlich Reisebusfahrer, die sich weigern, einen Linienbus zu steuern. Gut, mit dieser Konsequenz scheinen sie tatsächlich durchzukommen, wenns denn einmal geklappt hat wird man von der Disposition nicht mehr mit den nicht so „angenehmen“ Fahrten belästigt.

Mir ist das ziemlich egal, ich sammle immer noch Erfahrungen, und nach meiner Schul-Tor-tour standen letzte Woche mal ein paar Tage Linienbus fahren an. Mit Begleitung, die den Weg kennt, also eigentlich kein Problem.

Allerdings nicht auf Linie, sondern Schulbus-Fahrten. Genauer gesagt: morgens geistig und körperlich behinderte Menschen zu Hause bzw. an Sammelpunkten einzusammeln, um sie dann zu ihrer zugeteilten Werkstatt zu bringen, in der sie dann über den Tag für sie geeignete Arbeiten verrichten. Dieses sind meist Einrichtungen der Caritas oder vom Diakonischen Werk und eine willkommene Abwechslung für diese Menschen, die sonst mit Sicherheit keine Arbeit verrichten könnten.

Das heisst: um 5 Uhr geht der Wecker, um 6 Uhr fahr ich zum Bushof, starte die Heizung bzw. den Motor und sammle dann meine Fahrbegleitung ein.

Am ersten morgen musste ich erfahren, dass meine Fahrbegleitung die Route anscheinend auch nicht wirklich kannte, zumindest gab er das vor. Am Ende hat er es dann aber doch ganz gut hinbekommen.

Und ausserdem sind geistig zurückgebliebene Menschen auf dem Niveau von Kinder in der Regel aufrichtig und Ehrlich. Die sorgen mit akribischer Genauigkeit dafür, dass der Busfahrer auch nicht falsch fährt. Kunststück, die fahren ihre Route schon seit vielen Jahren. Eine kleine Abweichung und es hagelt Proteste.

Ganz im Gegensatz zu Schülern, die lassen sich bei Unwissenheit des Fahrers auch gerne schonmal bis vor die Haustüre befördern. Aus diesem Grund hatte ich solche Fahrten, wo ich die Route nicht kannte oder keine Begleitung dabei hatte schlichtweg abgelehnt.

Bis 8 Uhr sind alle Stationen abgefahren und dann wird die Werkstatt angefahren. Dann ist die Fahrt zu Ende.

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Mein Bus ist dabei für die ersten zwei Tage ein O407 gewesen, interessanterweise der Nachfolger des Busses, den wir derzeit zum Wohnbus umbauen. Das sieht man auch am Armaturenbrett – bis auf die Schalter ist es mit unserem identisch.

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Ich brauche noch einen Drehzahlmesser! Ob das auffällt, wenn hier einer fehlt? :)

Das Bus läuft gut, hat aber ein Schaltgetriebe. Im Stadtverkehr ist das nicht ohne, vor allem durch die Wohnsiedlungen muss das mehr oder weniger automatisch von der Hand gehen, weil man sich echt aufs Fahren und das Geschehen in seinen Rückspiegeln konzentrieren muss.

Im großen und ganzen aber eine Erfahrung die man auch mal gesammelt haben sollte, vor allem lernt man hier deutlich besser den Bus zu handhaben als auf der Autobahn. Und wenn die Saison wieder losgeht, werde ich auch wieder mehr Reisebus fahren.

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