Am letzten Wochenende ging es nach Karlsruhe. Da die Fahrt von der Schichtzeit her knapp zu werden drohte, waren wir mit zwei Fahrern unterwegs und konnten es somit entspannt angehen lassen. Bei 340 Kilometern pro Strecke und ausreichend Zeit hat man mit zwei Fahrern jetzt nicht wirklich Stress. Direkt zu Beginn der Fahrt habe ich mich bei den Busbetreuern der Gruppe erstmal unbeliebt beliebt gemacht.
Archiv für März 2010Und zwar am Donnerstag schon. Busfahren ist ein Hobby und es soll Spass machen, gerade tut es das aber nicht mehr. Der Disponent ist gestresst, ich bekomme meist frühestens 20 Stunden vor Abfahrt meinen Dienstplan ob ich überhaupt arbeiten muss und wohin es geht, und meine zwei freien Tage die ich nach den Sozialvorschriften nach 6 Arbeitstagen nehmen muss, konnte ich in den letzten 6 Wochen nur sicherstellen in dem ich Tachoscheiben verschwinden lassen habe. Das reicht mir nun erstmal. Ich hab bescheid gegeben dass ich über die Osterferien erstmal nicht fahren werde, frühestens am Montag danach nehm ich wieder was an. Ausserdem muss ich ja auch noch aufpassen, dass man mir keine Scheinselbstständigkeit unterstellt, deswegen werde ich im April/Mai auch wieder vermehrt Aufträge von dem anderen Unternehmen annehmen. Auch wenn ich mich mit dem Sohn und Werkstattleiter heftig verkracht habe und dort hauptsächlich Busse in Sprintergröße fahren darf. Da ist man näher beim Fahrgast, das hat auch so seine Vorteile. Schauen wir mal, jetzt ist erstmal Zeit für andere Dinge Mit dem Bus durch die Waschanlage, das macht man auch nicht jeden Tag. Zumindest nicht, wenn man kein Busfahrer ist… Ich schildere heute mal, wie so etwas geht, es ist weitaus weniger spektakulär als man annimmt, allerdings gibt es sicherlich auch viele verschiedene Typen von Waschanlagen. Unsere wäscht zum Beispiel nicht das Dach des Busses, und sie verfügt um keine besonders komplizierte Steuerung, denn das System ist so einfach wie genial. “Hans von Aachen”, so heisst ein wieder entdeckter Künstler mit Aachener Wurzeln, und eben zu diesem bzw. zu seinen Werken wurde letzte Woche eine Ausstellung eröffnet. Der Andrang war groß, über 700 Menschen wurden im Aachener Rathaus empfangen und sollten mit insgesamt 5 Bussen im Pendelverkehr zur Vernissage im Suermondt-Ludwig Museum gebracht werden. Ich durfte den einzigen Kleinbus des Unternehmens fahren, einen Mercedes Vario O614, der zugegebenermaßen kaum Durchzug hat. Das verstehe ich kaum, denn eigentlich sollte der schon etwas vorwärts gehen, hier tut sich aber echt nicht viel. Vielleicht hat man den Lader schon kaputt bekommen? Besonders gepflegt wird der Bus jedenfalls nicht, auch musste ich erst einmal durch die Waschanlage fahren, denn mein Job heute Abend ist offenbar ein ganz besonderer… Das Forschungszentrum in Jülich liegt etwas ausserhalb und ist eigentlich eine kleine Stadt für sich. Naja, eher eine große Stadt! Es gibt in dem Komplex sogar eigene Tempo-70 Landstrassen, und Gebäude dass man sich schwindelig fahren kann. Dummerweise gabs am Eingang keinen Lageplan mehr, ich habe mir um diese Fahrt aber ohnehin recht wenig Gedanken gemacht weil wir zwei Busse waren und der vorausfahrende Kollege die Tour kannte. Da denkt man, so langsam war es das mit Winter, da kommt man morgens aus dem Haus und schon wieder ist alles weiß. Die Tour, die ich dann fahren durfte, ist zugegeben sehr entspannt, bei fast jeder Station muss man etwas warten, damit man nicht zu früh an der nächsten Haltestelle ist. Dieses Mal habe ich dann die Wartezeit lieber auf der Strasse verbracht, in dem ich nämlich mit dauerrappelndem ABS im Schneckentempo diese Strasse mit geschätzten 10% Gefälle im Schneckentempo runtergerutscht bin. Unter dem Schnee war blöderweise nicht mal Asphalt sondern Eis. War nicht so toll, ist aber gut gegangen. Aber es ist schon eine echte Grenzerfahrung, zu merken, wie das Gewicht des Busses schiebt und man kaum stehen bleiben kann. …grüßt der Geißbock. Heute zwar nicht, aber die zwei Sonntage zuvor war ich jeweils beim FC Köln. Dessen Maskottchen ist ja bekanntlich Hennes der Geißbock und so heißt das Vereinsheim passend Geißbockheim.
Noch ein paar Anekdoten aus den Behindertenfahrten: Vor ein paar Tagen hatte ich morgens eine Tour mit einem etwas vorlauten jungen Mann dabei. Der Betreuer fragte, ob ihm wohl in der Werkstatt die Mädels hinterherlaufen würden. Nee meinte er, die würden ihn ständig abknutschen. Aber die Soundso kann keinen Zungenkuss, das müsse er ihr noch beibringen. Während der letzten Tage bin ich immer dieselbe Caritas-Tour gefahren, bis auf einmal. Von einer anderen Werkstatt habe ich eine deutlich weniger pflegeleichte Gruppe abgeholt, die Begleitung war aber auch deutlich routinierter als derjenige, der mich auf der anderen Tour begleitet. So gabs nun auch mal Handgemenge im Bus, und aufgefallen ist mir speziell ein junger Mann, der mich an Edward mit den Scherenhänden (zum Glück ohne Scherenhände) erinnert hat. Der wurde von einer jungen Frau geärgert, hat darauf hin den Platz gewechselt und als Resultat über einen Zeitraum von 10 Minuten eine Salve von übelsten Beschimpfungen und Schimpfwörtern abgelassen, dass ich nicht wusste ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte. |


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