Vorletztes Wochenende (ich komme mit dem bloggen einfach nicht nach) war ich mal wieder mit einer Fussballmannschaft unterwegs. Es ging zum Ligaspiel nach Kaiserslautern und weil die Anfahrt mit 280 Kilometern zu lang für eine Tagesfahrt war (nicht für mich, sondern für eine vernünftige Spielvorbereitung), ging es schon samstags los (das Spiel war erst sonntags). Bevor es dann aber am Samstag nach Kaiserslautern ging, standen für mich noch zwei andere Fahrten auf dem Programm. Morgens um 7:45 Uhr bin ich einen Transfer an den Niederrhein gefahren, scheinbar ein Betriebsausflug übers Wochenende. Durch die geschlossenen Flughäfen war mehr als viel zu tun und so kam es, dass die Planung meiner ersten beiden Fahrten sehr sportlich war. Will heißen, ich hatte so gut wie keine Chance beim zweiten Kunden pünktlich zu sein. Hat dann auch nicht geklappt, aber es war auch kein Kollege da, der hätte einspringen können. So war ich dann 20 Minuten zu spät und bin dann noch 3 Stunden Stadtrundfahrt gefahren. Um 12:30 Uhr stand ich dann am Abfahrtsort für die Fahrt nach Kaiserslautern, Abfahrt war aber erst um 13:30 Uhr, allerdings musste vorher noch geladen werden. Da gehören dann nicht nur Trikotkisten, Handtücher, Getränke und so dazu, sondern auch Lunch-Pakete für die Spieler. Die hatten nämlich unmittelbar vor der Abfahrt noch Training. Eins kann ich aber schon vorweg nehmen, hungern muss niemand bei einer solchen Fahrt. Um 13:30 Uhr ging es dann über Köln, Bonn und später die A61 nach Kaiserslautern. Verkehr war so gut wie keiner, was Samstagnachmittags zur Bundesligazeit aber fast immer so ist. Ganz Deutschland sitzt scheinbar vor dem Fernseher oder im Stadion. Mit eine 10-minütigen Pause kamen wir dann nach 3 Stunden und 20 Minuten am Hotel an. Das Hotel war in diesem Fall ein ehemaliges Gefängnis mit dem passenden Namen Alcatraz.

Hotelhof = ehem. Gefängnishof

Auf dem Bild oben seht ihr den Innenhof/Parkplatz des Hotels und die unscheinbare Tür links ist der Hoteleingang. Zum parken hatte man mir netterweise extra einen Platz auf dem Hof freigehalten: 

Busparkplatz am Hotel

Direkt neben mir stand dann auch noch ein alter Gefängnisbus, der allerdings nicht mehr zugelassen ist:

ehem. Gefängnisbus

Nachdem ich im Bus die Mülltüten eingesammelt und die Vorhänge auf der Sonnenseite zugezogen hatte ging es auch für mich erstmal ins Hotel, welches im inneren zwar saniert, aber trotzdem im Gefängnisstyle gehalten ist: 

Rezeption

Bar

An der Rezeption habe ich mir meine Zimmerkarte geholt und bin dann erstmal in den ersten Stock aufs Zimmer:

Hotelflur

Die Zimmer sind saniert und mein Zimmer (Standard – also ein eher kleines) war für eine Person auch ausreichend groß und bot alles, was man so braucht (z.B. LCD TV). Gebaut war es in anderthalb ehem. Zellen. Also eine Zelle für den Schlafraum und eine halbe Zelle für’s Badezimmer:

Hotelzimmer

Badezimmer

Gaderobe

Ich habe mich auf jeden Fall wohlegühlt und fand die Idee und den Stil sehr angenehm. Das Personal war durchweg sehr freundlich und alles sehr sauber. Gegen 18 Uhr gab es Abendessen und um 19:30 Uhr bin ich nochmal mit dem Manager und dem Betreuer los, um Getränke einzukaufen. Bisher war ich davon ausgegangen, dass es ich bei Kaiserslautern um eine etwas größere Stadt handelt, aber da war ich wohl auf dem Holzweg. Einmal durch die Innenstadt war wie einmal durchs Wohngebiet. Alles 30er Zone und relativ enge Straßen mit 3-4 geschossigen Wohnhäusern. Es gibt auch eine Fußgängerzone, aber da bin ich mit dem Bus natürlich nicht durch. Also eher Kleinstadt. Nach dem Einkauf sind wir dann noch eben zum Stadion hoch, welches auf einem Felsen über der Stadt thront. Somit war die Anfahrt für den nächsten Morgen auch geklärt. Dadurch, dass mir bei der Stadtrundfahrt am Morgen 3 Stunden die Sonne auf den Kopf geknallt hatte, hatte ich dann prima Kopfschmerzen. Bei einer Stadtrundfahrt kann man ja schlecht die Rollos an der Frontscheibe runterfahren, dann sehen die Fahrgäste ja nichts mehr. Und durch so eine schöne große Frontscheibe kann einem die Sonne dann ungehindert den Kopf  aufweichen. So bin ich dann auch relativ früh im Bett verschwunden. Sonntags ging es dann um 8:30 Uhr frisch zum Frühstück, welches wirklich gut und vielfältig war. Um 10:00 Uhr bin ich dann wieder mit dem Manager und dem Betreuer zum Stadion, die Kabine vorbereiten. Nach dem Mittagessen um 11 Uhr ging es dann mit der Mannschaft rauf auf den Betzenberg. Das Stadion wurde auf/in einen Fels gebaut und das sieht man teilweise auch sehr deutlich:

Fels, in welchen das Stadion gebaut wurde

Auf dem Foto ist  außerdem der Mannschaftsbus vom FCK zu sehen, der an diesem Tag nach Bielefeld fuhr. So ein fast leeres Stadion hat seinen ganz eigenen Charme und diesem Fall auch eine tolle Aussicht über Kaiserslautern:

Leere Zuschauerbereiche

 In der Regionalliga verlaufen sich dann gerade einaml 220 Zuschauer im Stadion:

Betzenberg

Betzenberg

Betzenberg

Nach einem spannenden Spiel mit einem leistungsgerechten 2:2 ging es dann zurück nach Düsseldorf. Aber nicht ohne eine Portion Nudeln für jedem zum Verzehr im Bus. Meine Portion habe ich nur zur Hälfte vor der Abfahrt gegessen, den Rest gabs abends warmgemacht daheim. Die Rückfahrt verlief mit einer kurzen Pause problemlos und zügig und somit war der Sonntag nach einem etwas anstrengenden Samstag für mich eher ruhig und angenehm.

15 Antworten zu “Kaiserslautern”
  1. Martin sagt:

    Sieht aus wie ein Geisterspiel…

    Das Gefängis ist extrem genial! Den Bus würde ich wieder flott machen und damit Gäste am Bahnhof oder Flughafen abholen.

    :)

  2. Jens sagt:

    Coole Idee – mit dem Gefängis-Hotel – also da würde ich mich auch mal einbuchten lassen…

  3. Gerd sagt:

    Die Idee mit dem Hotel ist Klasse!

    Schade um den Gefängnisbus! Der steht da und verrottet langsam. Sollte man da weg holen und ein Wohnmobil von bauen. Ist die ideale Basis dafür!

    Ein Spiel in einem leeren Stadion muß für die Spieler auch komisch sein.

  4. Nadine sagt:

    An Euch Wohnbusbauer habe ich auch sofort gedacht:) Die Spieler sind es gewohnt vor relativ wenig Zuschauern zu spielen. Nur das große Stadion drumherum ist wohl eher die Ausnahme.

  5. Martin sagt:

    Nana Gerd, nicht jeder Bus muss ein Womo werden, besondere Exemplare wie so einer hier verdienen es auch erhalten zu werden 😉

  6. Alexander sagt:

    Ach, ist der Bus vom „Alcatraz“ nicht mehr zugelassen? Der wurde bis vor ein paar Wochen tatsächlch für Transferfahrten von Gästen des Hotels eingesetzt. – Zu KL: Eine Großstadt ist das sicher nicht, erfüllt auch nicht ganz die dafür erforderliche Einwohnerzahl von 100.000 (aktuell rund 98.000). Aber die Stadt hat einen hohen Wohn- und Wohlfühlfaktor (sag ich als jemand, der dort wohnt, einfach mal so).

  7. Nadine sagt:

    Zumindest waren an dem Bus keine Kennzeichen dran. ich wollte KL auch gar nicht schlecht reden, hatte nur etwas Größeres erwartet.

  8. Alexander sagt:

    Wäre echt schade um den Bus. Ach ja, hab das, was Du zu KL geschrieben hast, auch nicht negativ aufgefasst. Solche Reaktionen wie Deine („gar nicht so groß“) kenn ich halt schon, das sagen viele, die erstmalig da sind. – Ach ja, bei dem Fußballspiel, zu dem Du gefahren bist, war ich auch. War einer der Leute in roten Jacken mit vielen Reflexstreifen und einem roten Kreuz auf weißem Grund drauf. *g*

  9. Die Bilder vom leeren Betzenberg sehen echt eindrucksvoll aus. Denke mal dass du bei der 220 Zuschauer Kulisse alle Zurufe von Spielern und Trainern verstanden hast 😉

  10. Nadine sagt:

    Man hat tatsächlich jedes Wort klar verstehen können, auch auf der Tribüne.

  11. Alexander sagt:

    Vorgestern war auf’m Betzenberg das Gegenprogramm zu sehen: komplett voll, ausverkauft (bzw. sogar leicht überfüllt). Macht ehrlich gesagt mehr Spaß als in einem fast leeren Stadion…

  12. Nadine sagt:

    Den Betze voll kannte ich ja schon vom Zweitligaspiel FCK : F95:)

  13. Alexander sagt:

    Stimmt, da war es mit runr 42.000 Zuschauern schon ziemlich voll. Aber das Wochenende war dann der Hammer: mit 50.300 Zuschauern (so viel dürfen nur mit Sondergenehmigung rein, regulär passen nur 48.500 rein) war der Betze wirklich komplett ausverkauft. An das Spiel gegen Düsseldorf erinner ich mich gern, da war eine geile Stimmung – zumindest vor dem Spiel. Danach von Lauterer Seite eher nicht mehr, aber das ist ja abgehakt. 😉 Und ganz ehrlich, ich hätt’s eher der Fortuna als den Augsburgern gegönnt, in die Relegation zu kommen…

  14. Nadine sagt:

    Das Spiel in Kaiserslautern war dieses Saison mein bestes Spiel. Das Stadion, die Stimmung, die Atmosphäre und der Sieg, für mich hat alles gestimmt.

    Es war eine tolle Saison für uns und ich hoffe wir sehen und bald in Liga 1 wieder!

  15. Alexander sagt:

    Ehrlich, ich würd mich freuen! Es gibt Vereine, die haben es einfach verdient, erstklassig zu spielen. Aus der abgelaufenen Zweitligasaison wären das für mich neben St. Pauli und meinem FCK, die es ja geschafft haben, Teams wie Aachen, Düsseldorf, 1860 München oder Union Berlin. Solche Teams wären mir im Oberhaus allemal lieber als z.B. Wolfsburg, Mainz oder Hoffenheim. Aber man kann halt nicht alles haben. Fußball ist leider kein Wunschkonzert. :-(

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