Das erste Busunternehmen von dem ich meine Aufträge bezogen habe ist direkt neben der Halle in der ich meinen Bücherbus stehen habe. Einer der Söhne des Busunternehmers disponiert die Behindertenfahrten, ist ein freundlicher und netter Kerl, hilfsbereit und mit sehr viel Wissen um die Sozialvorschriften behaftet.

Der andere macht eher den Eindruck als könnte er einen Schraubenschlüssel bedienen und das wars dann auch. Ihr wisst was ich meine, ungleicher können Brüder kaum sein.

Mit diesem habe ich vor einiger Zeit eine Auseinandersetzung gehabt, es ging um zu schnelles Fahren auf dem Weg vor meiner Halle (nicht vor seiner), um das Benutzungsrecht des Weges, und und und. Ich bin seinerzeit ein wenig aus dem Anzug gesprungen, weil auch mein Hund schon einmal des öfteren auf diesem Weg liegt und er diesen auch locker hätte überfahren können.

OK, bei mir an der Halle laufen auch schon einmal kleinere Kinder herum, aber all das war ihm letztenendes egal, denn das einzige was für ihn zählt ist, dass ich ihn angegriffen habe. Und dann kam das Echo von der übelsten Sorte, das ganze Kinderprogramm. Ich erspare Euch Details, das ist eine persönliche Angelegenheit und tun hier auch nichts zur Sache. Jedenfalls konnte die Auseinandersetzung trotz Bemühungen meinerseits nicht mehr beigelegt werden.

Das war, glaube ich, im Februar.

Im März habe ich mal wieder mit dem Chef gesprochen, auch um ihm einen Auftrag zu vermitteln. Alles war gut, im April und Mai stünden dann wieder die Aufträge für mich an. Von dem Streit hatte er natürlich mitbekommen, er wolle mal mit seinem Sohn reden.

Vor zwei Wochen dann habe ich morgens eine Rückfrage von der Dispositon des zweiten Unternehmens bekommen, für welches ich im Moment fast jeden Morgen Behinderte im Linienbus fahre. Ob ich noch für ein weiteres Unternehmen fahren würde, sie hätten eine Prüfung, das würde sonst Ärger geben. Ich habe angegeben dass ich von der Problematik weiss und mich kümmern werde, bisher sind sie dieses Jahr die einzigen. Für mich allerdings auch nicht wirklich erfüllend.

Kurz darauf dann habe ich mit dem Nachbarchef gesprochen, „Ja, wir haben da was, ich schaue mal.“ Am nächsten Tag bin ich mal rüber gegangen, „Jaaa, Sie wissen ja wie das ist, ich hab da ein gewisses Problem damit sie hier fahren zu lassen.“ Ja klar, meinte ich, aber darum wollte er sich ja kümmern.

Nee, meinte er, der Sohn sei nunmal sauer und daran könne er nichts ändern, er kenne ihn schliesslich schon 35 Jahre lang. Und er wolle nicht riskieren dass er nochmal die Firma verläßt, er sei schonmal ein Jahr lang weg gewesen. Zu fahren hätte er genug, aber er will keinen Ärger auf dem Hof, und den würde es geben wenn ich fahren würde. Also nix fahren.

Patsch.

Was soll denn das bitte? Gut, ich kann bei einem Familienunternehmen verstehen dass man sich keinen Ärger reinholen will. Vielleicht hätte ich genauso reagiert. Was aber total daneben ist, ist dass er mich hingehalten hat. Vielleicht dachte er sich ich schieb noch mehr Aufträge rüber?

Was weiss ich, jedenfalls hab ich ne Wut im Bauch, das ist nicht mehr feierlich…

Aber machen kann man da nix, was bringt es mir wenn ich hingehe und dem meine Meinung sage? Wir sind ausserdem immer noch Nachbarn. Nur der Streit mit Werkstattsohn wird bleiben. Ich habe keinerlei Rachegelüste, und ich habe auch kein Interesse, das ganze rechtlich weiter zu verfolgen, trotz dass er mir innerhalb des Streites sogar Schläge angedroht hat. Aber irgendwie würde ich ihm gönnen, wenn er für seine Doofheit und Starrköpfigkeit irgendwann mal zahlen muss.

Wobei, wenn ich ihn mir so anschaue, muss er das jeden Tag.

😀

5 Antworten zu “Keine weiteren Aufträge mehr”
  1. Jens sagt:

    Tut mir leid für dich, aber anders rum: glücklich ist wer vergisst was nicht mehr zu ändern ist … gibt doch bestimmt noch weitere Busunternehmer, oder?

  2. Martin sagt:

    Gibt es…

    😉

  3. Marco sagt:

    Ich sehe es schon in großen Buchstaben vor mir:
    SCHEPERS REISEN
    :mrgreen:

  4. Berry sagt:

    SCHEPERS REISEN klingt wirklich gut,

    da ich gelegentlich auch Fotoworkshops
    gebe, habe ich auch schonmal ernsthaft
    über Fotoreisen nachgedacht. Dann aber
    nur mit SCHEPERS REISEN als Busunternehmer,
    oder wenigstens Martin als Busfahrer.

    LG Berry

  5. Martin sagt:

    Also, das finde ich auch, klingt gut :)

    Aber der Schriftzug kommt entweder auf den O307, oder auf eine historischen Bus, einen O302 zum Beispiel. Ein eigener Busunternehmer werde ich keinesfalls werden.

    Aber ihr dürft gespannt sein, ich hab schon was neues, hier unten steht was mit 3 Achsen und 14 Metern :)

  6.