Neuss ist nicht wirklich weit weg von Aachen, aber um einen ganzen Spielmannszug mit samt Instrumenten zu befördern, macht es doch schon Sinn, einen Bus zu mieten. Der Zug, den ich am Wochenende gefahren habe, fährt mit dem Unternehmen schon seit 60 Jahren, zu verschiedensten Auftritten, und einmal im Jahr gleich mehrmals zum Schützenfest nach Neuss, was offenbar sehr sehr umfangreich abgehalten wird.

Ich als Stadtkind habe nun mit der Materie Schützenfest so gar nichts am Hut, und so haben mich die Herren erstmal aufgeklärt, wie das genau läuft, allerdings in ziemlichen Puzzlestückchen, so dass ich kaum Zusammenhänge finden konnte.

Eines weiss ich aber nun (ok, das wusste ich auch vorher): Es gibt jedes Jahr einen neuen Schützenkönig, und der wurde bei der Fahrt am Wochenende gewürdigt, in dem alle eingeladenen Spielmannszüge bei ihm vorstellig wurden.

Vorher bekam ich aber gesagt „bring bloss Bier mit, sonst brauchste nicht vorzufahren!“, und auch mein Chef meinte im Vorfeld schon „die ziehen gut was weg!“.

Gut, also bin ich vorher einkaufen gefahren. Beim Real gibt’s die Stubbies (die kleinen Bitburger 0,3l Flaschen, das anerkannte Aachener Bier) eigentlich immer in ausreichender Menge. Blöd nur, dass die ausgerechnet jetzt im Angebot sind, und so hatte ich schon zwei Kästen Radler in der Hand, die an der Stelle standen, wo sonst das normale Bier steht. So ein Mist, nun wurde aber die Zeit knapp.

Glücklicherweise hatte mir ich vor zwei Wochen endlich mal eine Metro-Karte erstellen lassen, und dort kann man auch locker mit dem Bus auf den Platz fahren (wenn man durch die Ausfahrt reinzirkelt…) und so habe ich dort nach grobem Überschlag 10 Kästen Bier gekauft und eingeladen.

Dann ging es los. Ich bin beim Vereinsheim vorgefahren und dann wurden alle Instrumente einladen. Das haben die Leute aber selbst gemacht, das war unausgesprochen sofort klar. Auf ein oder zwei Nachzügler wartet man dann auch immer, dann war Abfahrt nach Neuss.

Rausgelassen habe ich die ganze Gruppe am Hafen, wo sich alle Züge versammelt haben, von dort aus sollte ich selbst mal schauen ob ich mich am Ziel platzieren kann.

Und ich konnte – wer sagt denn dass man mit Polizisten nicht reden kann?

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Mitten auf einer Verkehrsinsel, von allen drei Seiten Strassen 😀

Die Züge sind von der Hauptstrasse rechts gekommen und hinter dem Bus her in die Wohnsiedlung eingebogen, ich stand also in der ersten Reihe. Die Strasse war natürlich für den Umzug voll gesperrt.

Dann kamen die Züge, alle hintereinander weg.

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Und ich habe locker über eine Stunde am Strassenrand gestanden und mir das treiben angeschaut – so lange hats nämlich gedauert, bis die gut 3000(!) Mann an mir vorbei gezogen waren!

Ich hatte ja keine Ahnung was das für Ausmaße sind, und das soll noch wenig gewesen sein, habe ich mir sagen lassen. In zwei Wochen geht das richtig los, von Samstag bis Dienstag ist dann jeden Tag Umzug und sonst noch was, da steht Neuss komplett Kopf. Ich habe mich um die Fahrten schon beworben – der Busfahrer wird hier auch von den Leuten zum Essen eingeladen, sehr nett :)

Das war übrigens der Samstag. Am Sonntag war noch ein Auftritt in Bedburg gebucht, der wegen strömendem Regen im Festzelt abgehalten wurde. Sonst aber nicht wirklich berichtenswert, ich habe zwei Stunden im Bus gewartet.

Achja, die Ausbeute vom Wochenende waren ca. 130 Flaschen Bier…

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2 Antworten zu “Schützenfest in Neuss”
  1. Kätzchen sagt:

    Habe die ersten 6 Jahre meines Lebens in Neuss gewohnt…gut, dass ich da für manchen Quatsch noch zu klein war – Schützengedöns ist so gar nicht mein Ding.
    Und Herr Busfahrer, wie lang haste den Bus putzen müssen?

  2. Ich habe einige Jahre in Neuss gelebt und das Schützenfest ist in der Tat eines der größten die persönlich kenne. Wohne jetzt im Ruhrgebiet, und auch hier gibt es teilweise in jedem Stadtteil eigene Schützenfeste. Die Ideologie dahinter ist nicht so meins, aber immer wieder in lustiger Grund zum feiern! :)

  3.