Die Strecke die ich im Moment jeden Morgen fahre, ist nicht ganz ohne. Die vorherige durch Aachen Verlautenheide, Eilendorf und Brand war zwar anspruchsvoller, aber bei der jetzigen gibts mehr „doofe Stellen.

Erstmal fängt es damit an, dass mein Fahrbegleiter Kroate ist, seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und immer noch nur gebrochen deutsch spricht. Ich glaub aber der will es auch nicht besser, an mangelnder Kommunikationsbereitschaft kann es jedenfalls nicht liegen. Ständig fragt er mich Dinge und quasselt mir dann dazu die Ohren zu. Und wie üblich in dieser Altersklasse gehts immer darum, kein Geld zu haben, dass alles zu teuer ist und früher sowieso alles besser war.

Darum gehts aber heute garnicht, sondern eben um den Hindernislauf, den ich heute morgen absolvieren musste.

Fast jeden Morgen ist es so, dass ich bei Abbiegen jemanden rückwärts fahren lassen muss, ich mich mit Warnblinker mitten auf die Strasse stellen muss weil jemand den Busparkplatz vor dem Wohnheim zugeparkt hat, oder eine Baustelle mich mal wieder zu einer neuen Streckenfindung zwingt.

Manche Strecken sind aber auch nicht zu umfahren, und so muss ich jeden Morgen die Bismarkstrasse lang. Auf meiner Seite steht dann meist ein LKW einer Bäckereikette und lädt aus. Das geht noch. 100m weiter ist eine Baustelle, einspurige Verkehrsführung, man muss den Gegenverkehr durchlassen, der die Spur auf seiner Seite hat. Allerdings stellen die Bauarbeiter in der Baustelle die Schilder noch so blöd hin, dass es da nur im Schneckentempo durch geht.

Heute morgen stand kurz nach dem Bäcker-LKW im Gegenverkehr ein LKW eines Lebensmitteldiscounters, da waren maximal 10 Meter zwischen. Da durchzuzirkeln ging nur, nachdem ich mitten drin angehalten habe, ausgestiegen bin und beiden LKW die Aussenspiegel angelegt habe.

Bis ich aber erstmal soweit war, hats schon 5min gedauert, denn der Gegenverkehr, der durch die Baustelle auf mich zu gekommen ist, hat überhaupt nicht abgerissen. Und so habe ich eben 100m von der Baustelle entfernt und durch die beiden LKW getrennt warten müssen, bis endlich mal frei war. Und dann eben da durchfahren.

Mit aussteigen hat das immerhin so lange gedauert, dass sich in dem Gegenverkehr in der Baustelle hinter dem Discounter-LKW mindestens 6 neue PKW gestaut haben, die ebenfalls durch die Schikane wollten. Hinten hat sich zum Glück keiner mehr angestellt, weil man schon sehen konnte dass es hier eng wurde.

4 von den 6 PKW musste ich rückwärts durch die Baustelle schicken, die war ja auf der Gegenfahrbahn, das hat auch nochmal gedauert. Dann war der Spuk endlich vorbei und ich konnte durchfahren.

Etwas später, nach der letzten Station, steht im Wohngebiet ein Bulli links am Strassenrand geparkt. Soweit kein Problem, rechts aber steht „mit einem Bein“ auf dem Bürgersteig ein Fiesta, mit Warnblinkanlage. Was sollte mir das nun sagen? Entschuldigung, ich muss hier parken weil ich was wichtige zu erledigen habe und weiss dass ich die Strasse versperre?

Egal, da bin ich nicht durchgekommen, also einmal kräftig gehupt, etwas zurück gefahren, und mit Warnblinker wieder mal mitten auf der Strasse stehen geblieben. Nix ging mehr.

Nur 5 min später kam der Fahrer angerannt, ein Papa, der seinen Sprössling in die Schule gebracht hat. Typisch, ehrlich. Wenn ich eines mittlerweile gelernt habe, dann ist es, dass Eltern, die Ihre Kinder zur Schule bringen oder von dort abholen, in der Regel wie kopflos fahren. Also, wenn ihr demnächst Schulen passiert, beachtet bitte die 30-Schilder und fahrt langsam, sie könnten auch wegen wild gewordener Eltern dort stehen…

Nun ging es den Berg hinunter, an dem ich letzte Woche den Unfall hatte. Am Strassenrand wird gebaut, ebenfalls am Strassenrand steht ein Container. Blöderweise nicht so einer den der LKW an Ketten baumelnd runter stellt, sondern ein besonders breiter, der vom LKW abgerollt wird. Mit dem Bus gab es in der ohnehin schon engen Strasse kein vorbeikommen.

Was also tun? Na, der quassenlde Kroate musste aussteigen und die PKW hinterm Bus verscheuchen und mich zurückwinken, 150m rückwärts den Berg rauf. Das fahren an sich ist nicht schwer, aber problematisch sind eben die PKW-Fahrer, die in der Regel überhaupt nicht realisieren, dass man rückwärts fahren möchte.

Etwas später war dann auch das ausgestanden, ich musste über eine Seitenstrasse die Siedlung verlassen. Dort wechseln ziemlich auf halber Strecke die Parksteifen von der linken auf die rechte Strassenseite. Und natürlich kann man sich mit dem PKW da auch noch hinter stellen, da kommt man doch noch durch.

Is klar, nur der Busfahrer hats dann ein wenig schwerer, ein Grund, warum ich in diese Strasse normalerweise nicht rein fahre. Wegen des Containers ging es aber nun nicht anders, und nach ein wenig rangieren bin ich dann auch dort durchgekommen, und mit nur 20 Minuten Verspätung am Ziel angekommen.

Achja, wenn ich bald krank werde, könnte das noch an den 3 Leuten liegen, die immer vorne direkt hinter mir sitzen möchten, und hustrotzschnoddermäßig erkältet waren.

Für heute reichts mir, ehrlich.

Eine Antwort zu “Hindernislauf”
  1. Marco sagt:

    Hört sich irgendwie grausam an …

    Die Stelle in der Bismarckstraße kenne ich. Ekelhaft …

  2.