Seit langem nehme ich mir vor mal wieder zu schreiben, heute ist es so weit.

Die Überschrift erinnert mehr an einen Computer, aber ein Systemabsturz kann einen auch in einem modernen Bus ereilen.

Aber immer der Reihe nach. Letzten Sonntag ging es von Neuss nach Assenheim in Hessen (nähe Frankfurt). Die Hinfahrt verlief reibungslos und ohne Pause, so dass ich die 230 Kilometer auch in 2,5 Stunden geschaft habe. Es gab halt doch einen Reihe Baustellen und zum Ende ein Stück über Land zu fahren. Einzig bemerkenswert war die Tatsache, dass die Polizei auf der A45 mit mehreren Zivilstreifen unterwegs war und Jagd auf Verkehrssünder machte. Bei mir gabs diesbezüglich allerdings nichts zu holen.

In Assenheim angekommen habe ich die Gruppe an der Sporthalle abgesetzt und obwohl auf dem Parkplatz noch ausreichend Platz war, wurde ich gebeten doch gegenüber bei den Supermärkten zu parken, da noch mehrere Mannschaften erwartet wurden. Ach ja, es wurde Inlinehockey gespielt. Ich bin dann also rüber zu den Supermärkten (die übliche Ansammlung verschiedener Märkte) und habe mir einen entsprechende Platz gesucht. Da zum Sonntag niemand da war, kein Problem. Allerdings sind die Ein- und Ausfahrten auch eben nur für PKW gemacht und so sollte man vorab schon schauen, ob man da problemlos auf und wieder vom Parkplatz runter kommt.

Ich hab dann erstmal eine Runde durch den Bus gedreht und musste in den letzten vier Sitzreihen leider eine in meinen Augen nicht mehr normale Verschmutzung feststellen. Da wurden die von mir aufgehängten Mülltüten abgerissen und lagen jetzt leer unter den Sitzen. Außerdem lagen dann auch noch dirverse Süßigkeiten inkl. ihrer Verpackung, Brötchen und sonstiger Müll auf dem Boden. Eine Sitzfläche war komplett nass. Ich habe das dann erstmal so belassen, das sollten die Verursacher dann auch selbst wieder entfernen.

In Assenheim selbst ist zum Sonntag nichts los. Es wird Fussball und Inlinehockey gespielt, aber das war es dann auch. Ich bin dann irgendwann mal los um zu tanken. Der Tank war bei der Übernahme nur weniger als halb voll und nach der Hinfahrt jetzt nicht mehr weit von der Reserve entfernt. Da die betriebseigene Tankstelle defekt war, war am Sonntag auswärts tanken angesagt. Die ersten drei Tankstellen waren dann entweder zu klein für den Bus oder akzeptierten die Tankkarte nicht. An der Vierten, rund 10 Kilometer entfernt ging es dann. Dafür war der Preis aber auch gut mit 137,9 für einen Liter Diesel.

Gegen 17:30 Uhr ging es dann wieder los Richtung Heimat und da der Besuch eines Schnellrestaurants gewünscht war, habe ich kurz vor der Autobahnauffahrt ein eben solches angesteuert. Direkt nebenan war ein Möbelmarkt, auf dessen Parkplatz für den Bus auch mehr als genug Platz war.

Nach ca. 30 Minuten kamen dann die ersten Fahrgäste zurück und ich habe den Bus gestartet. Ein paar Minuten später schaue ich auf das Multifunktionsdisplay (zeigt diverse Infos zum Bus an) und sehe nichts – leer, tot. Ein Blick auf den Fahrtenschreibe zeigt, dass dessen Display ebenfalls tot ist. Naja, erstmal Zündung aus und neustarten. Zündung aus, Motor aber immer noch an. Zündschlüssel abgezogen, Bus immer noch an. Noch ein paar mal probiert, aber nichts änderte sich, außer dass die Warnblinkanlage jetzt ebenfalls lief und nicht abzuschalten war. Das war mir dann doch etwas seltsam und so habe ich dann erstmal unseren Mechaniker angerufen.

Der konnte dann auch erstmal nicht so recht glauben was ich ihm erzählte, aber es half ja nichts. Er hat mir dann am Telefon erklärt, wo im Motorraum ein zusätzlich Start/Stop Knopf für den Motor ist, damit konnte ich den Motor dann auch stoppen. Es wurde dann fleißig alles mögliche probiert und getestet, das Ergebnis war dann irgendwann, dass der Motor nicht mehr zu starten war, weil jetzt scheinbar die Batterie komplett leer war und das obwohl ich den Hauptschalter extra ausgestellt hatte, damit eben nichts die Batterie leerzieht. Unser Mechaniker hatte in der Zwischenzeit auch mit dem Herstellerservice gesprochen und deren Vermutung lies eine Reperatur vor Ort nicht zu, so dass die Disposition sich um einen Ersatzbus bemühte.

Der kam dann auch relativ bald aus Frankfurt (welch ein Glück, woanders hätte man so kurzfristig zum Sonntag sicher keinen Bus bekommen) und so konnten wir die Rückfahrt mit max 1,5 Stunden Verspätung antreten. Da auch die Zentralveriegelung der Kofferraumklappen aktiviert war, als vorne alles ausfiel, waren diese ebenfalls nicht mehr zu öffnen und somit musste das gesamte Gepäck im Fahrzeug bleiben. Der Ersatzbus hat uns dann bis zur Raststätte Siegerland gebracht, wo uns ein firmeneigener Bus aufgenommen hat, der uns entgegengefahren war.

Um 23 Uhr waren dann alle wieder da wo sie hinwollten und ich denke 1,5 Stunden Zeitverlust sind in einer solchen Situation ein guter Wert. Schließlich muss ja erstmal geklärt werden, was mit dem defekten Fahrzeug ist und ein Ersatzfahrzeug angemietet und vor allem ja erstmal zum Aufnahmeort k0mmen.

Letztendlich wurde der Bus am nächsten Tag in einer Vertragswerkstatt repariert und von unserem Mechaniker nach hause gefahren. Ein Problem an der Elektronik hatte zu einem Absturz eines wohl zentralen Moduls hinter dem Tacho/in der Lenksäule geführt. Wäre das Modul kaputt gewesen, hätte wohl allein das Ersatzteil so ca. 3000€ gekostet, glücklicherweise war das nicht der Fall.

2 Antworten zu “Systemabsturz”
  1. Martin sagt:

    Da haste ja echt Schwein gehabt, ich dachte sowas würde sich länger hinziehen.
    1,5h sind ein echt guter Wert!

    Zum Glück ist mir sowas auch bisher erspart geblieben, aber ich glaube auch, so moderne Busse haben wir garnicht 😀

  2. Markus sagt:

    Ich hatte am letzten Wochenende Samstagabend ein ähnliches Problem. Es regnet, es war dunkel wir waren auf der Autobahn kurz vor dem Ziel.
    Plötzlich Radio aus Scheibenwischer bewegte sich nicht mehr.

    Meine Fahrgäste dachten zuerst der vorne kann die Skihüttenmusik nicht mehr hören.

    Ich fuhr dann von der Autobahn runter. In der Zwischenzeit liefen alle Scheiben an, da die Lüftung nicht mehr funktionierte, der elektrische Fensterheben funktionierte nicht und alle möglichen Warnleuchten und der Warnsummer waren aktiv. Immerhin lief der Motor.

    Die Suche nach einer defekten Sicherung war ebenfalls erfolglos, es gab sieben Sicherungskästen am Bus!

    Ich rief in der Dispo an, dass ich komme und einen anderen Bus für die letzten Kilometer brauchte.

    Im Betriebshof angekommen wurde ich schon erwartet Jetzt liesen sich die Türen nicht mehr öffnen! Aber mit dem Nothahn kamen wir dann doch aus dem Bus raus.

    Dann war umladen angesagt, meine Gäste waren dann glücklich mit einer Stunde Verspätung wieder zu hause.

    Am anderen Tag stellte es sich heraus nach einem neuen Anlassen lief der Bus wie wenn nichts passiert wäre. Das Auslesen des Fehlerspeichers ergab auch keinen Defekt.

    Was wäre wohl passiert wenn ICH den Bus unterwegs ausgemacht hätte?

    Markus

  3.