Am Donnerstag und Freitag hatte ich wieder einen der neuen MAN-Linienbusse und habe im Laufe des Freitages ein wenig rumgestöbert. Nochmal die Anleitung gelesen, diverse Funktionen und Staufächer inspiziert.

Als ich die Schublade unter der Wechselgeld-Cassette aufgemacht habe, traute ich meinen Augen nicht: Da lag ein iPhone. Eingeschaltet, Akku fast leer.

Wie kommt das dahin, war die erste Überlegung. Privater Besitz eines Fahrers, wohl kaum, denn dann müsste er es seit Mittwoch dort liegen haben. Also wurde es gefunden. Und dann? Naja, das ist einfach: Der Fahrer hats in diese Schublade gelegt und dort vergessen. Sehr verantwortungsvoll.

Und damit sowas nicht nochmal passiert, habe ich das Gerät schlichtweg an mich genommen, und erstmal versucht, den Besitzer herauszufinden.

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Was man von vorne nicht so gut erkennen kann, zeigt sich von hinten:

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Der Besitzer muss eine Frau oder ein Mädchen sein, und ein Blick in iPhoto unter „eigene Bilder“ oder so ähnlich zeigte tatsächlich ein ca. 10-Jähriges Mädchen. Aber weiter, das nächste war das Telefonbuch. In meinem Handy gibts einen Eintrag „Ich“ aus der Synchronisation mit meinem Macbook, der fehlte hier aber. Dafür fand ich ganz unten einen Eintrag „zu Hause“ mit Adresse in der Eifel.

Und, oh Wunder, die Adresse und Telefonnummer von Bettina, einer Kollegin aus dem Chor. Ja, wie kann das denn??

Aber nun habe ich erstmal „zu Hause“ angerufen, mit meinem Handy, denn zwischenzeitlich war der Akku im iPhone zu Ende. Ging aber keiner dran. Dann habe ich Bettina angerufen, und ihr erklärt was ich gefunden habe und dass Ihr Name drin steht.

Fragende Stille.

Als ich ihr dann die Adresse der Besitzerin in der Eifel vorgelesen habe, fing sie an zu lachen, „Jaaa, das ist meine Schwägerin, die hat drei Kinder und eins davon hat ein iPhone!“

Die Welt ist doch echt mal ziemlich klein, oder? Heute Abend bring ich ihr das Gerät mit zur Chorprobe, ich denke in den nächsten Tagen findet es dann den Weg zurück „nach Hause“ :)

Der dankbare Papa, der mich übrigens kurz nach dem Telefonat mit Bettina anrief, meinte übrigens, er hätte schon zweimal bei dem Busunternehmen angerufen, und natürlich wüsste man von nichts. Kunststück, wenn der Fahrer das Ding im Bus einfach vergisst. Ein Glück war noch was auf dem Akku drauf, und ein Glück hab ich noch im Bus rumgestöbert.

2 Antworten zu “iPhone gefunden”
  1. Marco sagt:

    Schwein gehabt (also das Mädel).
    Und Erstaunen meinerseits. EIn Mädel, ein iPhone?
    Während ich noch überlege, ob so eine Anschaffung nutzungstechnisch wie finanziell sind macht, renne die Schüler von heute schon mit so etwas rum. Unglaublich …

  2. scheini sagt:

    Eine wirklich schöne Geschichte und ich finde es bewundernswert, dass es doch noch so viel Zivilcourage gibt und ein verlorenes Gerät mit diesem Wert seinen Weg zurück zu Besitzer findet. Daumen hoch!!

  3.