Neulich war zusammen mit meiner Lieblingskollegin mit zwei Bussen unterwegs. Lieblingskollegin stimmt wirklich, eine gestandene Busfahrerin mit reichlich Erfahrung, von Ihr ist der Dreiachser Bova Bus, mit dem ich hin und wieder auch selbst fahre.

Es ging in die Pfalz, um eine große Gruppe Erstis (Erstsemesterstudenten) von einer Kennenlernfahrt abzuholen. Wie gewohnt hab ich das Zielgebiet vorher aus Google Maps ausgedruckt, ich wusste also vor Ort einigermassen bescheid.

Nun hat sich gezeigt, dass die letzte Ortsdurchfahrt wegen einer Baustelle komplett gesperrt war, allerdings für Busse freigegeben. Meine Kollegen ist vorgefahren, und wegen der Freigabe einfach durch. Natürlich war das aber nur für Linienbusse gedacht, und so hingen wir nach der ersten Kreuzung in der Baustelle fest und mussten da irgendwie wieder raus rangieren.

Das hat auch geklappt, war aber nervig, hätte einfach nicht sein müssen. Ich glaub ich wäre einfach der Umleitung gefolgt.

Die Herberge haben wir im zweiten Anlauf gefunden, beim ersten Mal sind wir vorbei gefahren. Nur eine Wendestelle zu finden, war mit zwei 14 Meter Bussen nicht so einfach. Hat aber auch noch geklappt.

Auf der Rückfahrt haben wir dann die Baustelle ausgelassen, und sind ein wenig über Land gefahren. Zwar etwas konfus weil einmal falsch abgebogen (meine Kollegin fuhr immer noch vor), aber wir waren in die richtige Richtung unterwegs.

Die Autobahnauffahrt war etwas verzwickt, man musste, um in die Gegenrichtung zu kommen, einmal auf einer Schleife unter der Autobahn herfahren. Das war auf der Karte zu sehen, die Beschilderung war aber unschlüssig. Also sind wir auch hier falsch gefahren, nämlich in die Gegenrichtung.

Die nächste Abfahrt enthielt wieder so eine Schleife und eignete sich deswegen sehr gut zum Wenden. An dieser Stelle habe ich dann die „Verfolgung“ abgebrochen, denn meine Kollegin ist leider wieder falsch gefahren, und ich habe auch keine Chance gesehen, sie anzuhalten. Und so habe ich kurzerhand meinen Erstis erklärt, dass meine Kollegin eigentlich viel erfahrener sei als ich und es mich wundert, dass es hier nicht richtig klappt, es mir leid täte aber ich nun meine eigene Strecke fahren werde.

„Naja“, meinte der Leiter der Gruppe in der ersten Reihe, und fuhr furztrocken fort: „das ist glaube ich eher so eine Geschlechtersache.“ Dafür hat erstmal großes Gelächter geerntet, aber ich glaube irgendwie, dass er das wirklich ernst gemeint hat.

Meiner Kollegin hab ich das später noch erzählt, sie hats aber mit Humor genommen.
Und sie ist auch immer noch meine Lieblingskollegin :)

2 Antworten zu “Geschlechtersache”
  1. Bernd sagt:

    Schön, mal wieder was von dir zu lesen! Freue mich auf jeden Beitrag.

  2. Lena sagt:

    Also wir haben in unserem Unternehmen einige Fahrerinnen, bis jetzt haben alle nur freundliche und gute Kritiken bekommen. Früher war es vielleicht mal Geschlechtersache, aber heute stimmt das sicher nicht mehr!

  3.