Gestern war ich auf dem Rückweg nach Eschweiler leer unterwegs, und hatte noch genug zeitlichen Puffer. Und irgendwie habe ich mich bei der Einfahrt zum Bahnhof mehr auf einen am Strassenrand katastrophal einparkenden PKW konzentriert.

Und da war’s geschehen, ich bin vorbei gefahren. Vor mir eine Einbahnstrasse, wohl bemerkt in umgekehrter Richtung. Rechts der Park&Ride Parkplatz. Zurück ging’s nicht mehr. Und ich war mit dem Gelenkbus unterwegs.

Gut, rangieren kann ich wohl mit so einem Ding, der Bus fährt sich vorwärts wie rückwärts nicht anders als ein Zugfahrzeug mit Einachs-Anhänger, also echt kein Hexenwerk. Der Parkplatz war nicht übermässig groß, aber meiner Ansicht nach ausreichend, somit hab ich keine Probleme gesehen. Allerdings auch keine andere Lösung. Und so blieb mir nichts anders übrig, als auf den Parkplatz zu fahren, um dort rückwärts in einen der Gänge zu wenden.

Letzten Endes haben dann aber zwei Dinge die Rangiererei ziemlich problematisch gemacht. Zum einen ist es kaum möglich, den Bus im Schneckentempo zu bewegen, denn entweder schiebt die Automatik stark vorwärts, oder die Bremse greift mit einem zusätzlichen Feststellmechanismus. Dieser soll wohl vermeiden, dass der Bus unfreiwillig vorwärts rollt, wenn man den Fuß nicht stark genug auf die Bremse drückt. Diese Bremse läßt erst los, wenn man den Fuß ganz vom Pedal genommen hat, und dann rollt der Bus auch gleich richtig los.

Dosiert bremsen ist also echt nicht leicht. Und so bin ich immer gleich 20cm weiter gehüpft. Mit zweimal aussteigen, um zu schauen ob genug Platz ist, ging es dann aber doch ganz gut.

Das zweite Problem war Knickschutz. Wenn das Gelenk in der Mitte des Busses zu weit überstreckt wird, trennt sich der Antrieb, und es geht nicht mehr weiter. Das Problem hatte ich dann als nächstes, zum Glück konnte ich dann aber dennoch vorwärts fahren.

Am Ende bin ich mit viel Hüpferei und, wie gesagt, zweimal aussteigen sowie zweimal korrigieren um Haaresbreite wieder vom dem Platz runter gekommen.

Beim nächsten Mal passe ich wirklich besser auf, wo ich hinfahre :)

2 Antworten zu “Festgefahren”
  1. Mondfee sagt:

    Wenigstens konntest Du Dich selbst befreien. Ein Fahrer in Darmstadt hatte sich mit seinem Gelenkbus bei einem Wendemannöver festgefahren. Es ging aufgrund des Knickschutzes gar nichts mehr.
    Der Fahrer war wohl ziemlich aufgeregt und wußte nicht mehr, dass der Knickschutz im Notfall auch abzuschalten geht. Erst der herbeigeeilte Disponent befreite dank abgeschaltetetem Knickschutz den Bus.

    Gelesen im Darmstädter Echo vom 4 April

  2. Martin sagt:

    Tatsächlich hätte mir das auch passieren können, denn von diesem Schalter hat man mir auch nur beiläufig erzählt. Eine Einweisung gabs nicht, morgens im Stress, als der Schienenersatzverkehr begann, wurde der Fahrplan umgestellt und ich sollte anstatt dem Dreiachser einen Gelenkbus nehmen. Ein Kollege hat mir das wichtigste erklärt, zB auch die dritte automatische Tür, das kannte ich vorher garnicht. Viel mehr besonderes ist an so einem Gelenkbus aber auch schon nicht mehr dran.
    Naja und wenn man sich festgefahren hat, ist man natürlich nervös, gestresst oder hektisch, das ist doch ganz normal, oder? Nur sollte in so einer Situation als Busfahrer da immer die Ruhe behalten, das erfordert aber einiges an Übung bzw. Selbstdisziplin. Mir gelingt das auch nicht immer…

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