Zwischen Aachen und Eschweiler baut die Bahn zur Zeit an den Gleisen, und die Firma für die ich hauptsächlich arbeite, haben den Zuschlag für die Abwicklung des Schienenersatzverkehrs bekommen. Ich habe von der Dispo das Angebot bekommen, den ganzen März durchfahren zu können, immer schön mit dem Setra Dreiachser bis nachmittags, dann Wechsel, immer im Kreis zwischen Aachen und Eschweiler, mit ein paar wenigen Stops.

Da ich mal etwas Stunden abreissen wollte, weil wir wahrscheinlich wieder einen 4-Woche-Urlaub in Aussicht haben, habe ich direkt zugesagt.

War ja klar, dass es anders kommt…

Tatsächlich bin ich die ersten Touren gefahren, es ging am letzten Samstag los, den ganzen Tag sowie den Sonntag bin ich dann tatsächlich gefahren wie geplant. Die ganze Sache wurde von der Firma hoch priorisiert, sogar der oberste Chef ist mit mir gefahren und hat sich angeschaut ob auch alles passt.

Der Umgang mit dem überlangen Bus ist gewöhnungsbedürftig, 14,20m ist dieser Setra lang.

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Auf dem Hof steht noch ein Mercedes Dreiachser, der hat sogar 15m. Tatsächlich muss man aber nur aufpassen, dass man mit dem Heck nichts umrasiert, denn das schwenkt extrem weit aus. Weil die letzte Achse mitlenkt, kann man sich diese beim ausschwenken quasi wegdenken. Dann wird klar, wieviel das ist.

Tja, und auf den allerersten zwei Kilometern im langen Bus hab ich doch tatsächlich eine Begrenzungsleuchte gekillt, hinten rechts. Auf der Strasse war rechts eine 1,50m breite Baustelle, direkt danach kam eine eine Mittelinsel. Die blöde eine rotweisse Baustellenbarke war leider wenige Zentimeter zu weit in der Fahrbahn, und so hab ich sie im Rückspiegel einmal anständig wackeln sehen.

War aber irgendwie mit kalkuliert, dass sowas passieren könnte, an ein Auto wäre ich zum Beispiel nicht so nah rangefahren. Kann ich schlecht erklären, der ein oder andere von Euch kennt das vielleicht.

Montag und Dienstag ging es dann weiter, und es machte echt Spass. Bis die Geschäftsführung dann ihre Fahrgastzahlen hatte, mit denen man nun planen konnte. Und diese besagten, dass es passen würde, wenn den ganzen Tag zwei Gelenkbusse fahren würden, immer eine Stunde versetzt.

Und auf Gelenkbusse hab ich ja mal überhaupt keine Lust. Die, die wir auf dem Hof stehen haben, sind fast alles alte Klapperkisten, O405 oder alte MAN-Busse, das muss ich nicht haben.

Soll ja Spass machen, der Job.

Tja, einen Tag bin ich mit so einer Kiste gefahren, gegen Nachmittag konnte ich dann auf den Dreiachser tauschen, aber für die nächsten Tage sollten es dann nur noch Gelenkbusse sein.

Und tatsächlich habe ich es nochmal versucht, denn wir haben einen recht modernen Citaro Gelenkbus auf dem Hof, den durfte ich nehmen. Und damit ging es dann auch einigermassen.

Und so bin ich doch noch einige weitere Touren gefahren. Und seid dieser Woche steht dann der endgültige Dienstplan für den Schienenersatzverkehr, nach diesem Plan bin ich dann diesen Dienstag und Mittwoch zwei Tage hintereinander gefahren, danach war ich platt.

Aufstehen um halb 5, um kurz vor 6 mit dem Bus vom Hof fahren, um viertel nach 6 in Eschweiler die ersten Fahrgäste aufnehmen. Dann insgesamt 8 Runden mit jeweils 40 Minuten Standzeit (keine Pause, Fahrgäste haben immer Fragen!), und abends um halb 9 hat man dann den Bus getankt wieder auf dem Hof geparkt.

Da bleibt kaum Zeit zum Essen machen, und wenn jemand wie ich an mindestens 7 Stunden Schlaf gewöhnt ist, dann ist das echt hart.

Naja, heute hatte ich dann nur früh zwei Stunden, danach frei und wieder Zeit für den Schreibtisch. Und morgen fahr ich endlich mal wieder Reisebus für das andere Unternehmen. Eine französische Schüleraustausch Gruppe nach Bonn.

Und den Rest des Monats werde ich sporadisch für ein paar Tage pro Woche den Schienenersatzverkehr übernehmen, wenn die mittlerweile fest zugeteilten Fahrer ihre Freizeit nehmen müssen.

Und so sind auch einige bloggenswerte Kurzgeschichten sichergestellt :)

2 Antworten zu “Schienenersatzverkehr”
  1. Ducky sagt:

    Puh, das klingt in der Tat stressig.
    Ist das durch die Lenkzeiten noch gedeckt, 6-21 Uhr sind doch 15 Stunden, selbst wenn da noch „Pausen“ zwischen sind. Und in den 40 Minuten Standzeit muss man die fahrgäste reinlassen?

    Nee, das klingt stressig, und nicht nach Spaß…

  2. Martin sagt:

    Doch das passt mit den Lenkzeiten, so gerade.
    Spass macht das schon. Für zwei Tage…
    Und: Fast alles macht Spass, solange man es nicht machen MUSS 😉

  3.