Vor einiger Zeit habe ich ja schon von der 14-Meter-Erfahrung berichtet, aber es geht noch länger, auch ohne Gelenk. 15 Meter ist meines Wissens die maximale Länge, die ein Solofahrzeug auf deutschen Strassen messen darf. Davon haben wir bei dem einen Busunternehmen, für das ich tätig bin, zwei Stück.

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Ich denke ich darf mir ein wenig auf die Schulter klopfen, dass ich einer der wenigen bin, die diese Busse fahren darf und der vor allem bisher noch keine Ecke angemackt hat. Die Begrenzungsleuchten an den hinteren Ecken sind im Wochentakt abgefahren und der Werkstattmeister ist verständlicherweise ziemlich genervt. Trotzdem bestehe ich meistens auf die schnelle Reparatur, denn beim Fahren mit diesem langen Elend sind die Lämpchen eine echte Hilfe.

Nun bot es sich am Ende einer Fahrt auf Grund eines kleinen Zeitpolsters an, auf einem Parkplatz mal das Ausschwenken des Hecks versuchsweise genauer zu betrachten. Dazu habe ich den Bus an eine Linie gestellt und ausnahmsweise im Stand die Lenkung voll eingeschlagen.

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Die zweite Hinterachse ist keine Nachlauf-Achse sondern lenkt hydraulisch mit, so dass der Bus hinten wirklich geradezu rumgedrückt wird.

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Man kann gut sehen, dass die Achse, wenn ich nahe an einem Bordstein gestanden hätte, voll drüber gefahren wäre. Eine Laterne oder einen Schildermast hätte das Heck gnadenlos gefällt.

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Trotzdem muss ich sagen, dass ich gedacht hätte, der Bus würde mit dem Heck weiter ausscheren, ich finde es hält sich im Rahmen.

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Das merkt man auch im Stadtverkehr, mit etwas Übung und Umsicht und ein wenig mehr Platz kann man diesen Bus genauso durch die Strassen bewegen, wie einen mit 12 Metern Länge.

Naja, sagen wir mal „fast“. Diese vierspurige Strasse im Aachener Süden hat zum Wenden nicht ganz gereicht.

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Ich muss hier wirklich sehr weit in die rechte Strasse ausscheren und dann mit vollem Lenkeinschlag rumziehen…

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…um dann an auf der gegenüber liegenden Seite an dieser Stelle auszukommen. Im ersten Versuch habe ich das leider unterschätzt. Der Wendekreis hat zwar gepaßt, aber der Bürgersteig hob sich an dieser Stelle leider etwas weit an, so dass ich mit dem Vorderwagen lautstark aufgesetzt bin.

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Nun sind aber gerade Niederflurbusse auf sowas vorbereitet und haben einen entsprechenden Rammschutz, der solchen Kummer gewöhnt ist.

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Nix passiert, ein Glück. Wäre dieser Schutz nicht da, hätte es schon längst die Türmechanik zerrissen. Ich muss unbedingt daran denken, einen solchen Schutz auch an unseren O307 anzubringen.

In der nächsten Pause habe ich mir dann das Wendemanöver gespart und am Hangeweiher geparkt. Dort gabs sogar Kaffee!

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Noch eine Tour bis Feierabend, mal sehen was es morgen für einen Bus gibt.

3 Antworten zu “Mit dem 15 Meter Bus im Stadtverkehr”
  1. Nadine sagt:

    Haben wir ja neulich drüber gesprochen wie schnell man die Hinterachse bzw. nen Anhänger der noch hinten dran hängt den Bordstein hochschiebt…

  2. martin sagt:

    Ja genau. Ein wenig Spielraum hat man, weil die Spurweite der zweiten Hinterachse etwas schmaler ist, aber wenn man so hart einschlägt wie ich das in dem Test gemacht habe, gibts Bordsteinabdrücke…

  3. -.ZacK.- sagt:

    Wow!
    Also ich bin nun auch schon mit längeren Fahrzeugen gefahren – aber eben immer mit „Gelenk“ – also Zugfahrzeug + Anhänger.

    Aber 15m am Stück sind schon echt eine Hausnummer – Respekt!

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