Ich fahre ja für zwei Unternehmen, nennen wir es mal Unternehmen A und B. Die Behinderten-Touren fahre ich für Unternehmen A, die 14m Reisebusse sind von Unternehmen B. Beide kooperieren auch miteinander, so dass man hier keinerlei Feindseligkeiten zu erwarten hat, das ist schonmal entspannend.
Für gestern fragte Unternehmen B an, ob ich eine Schulklasse nach Leverkusen fahren konnte, es ginge um 8:20 los. Könnte ich, ja, aber da gabs zwei Probleme:
Warum ein Bus mit gescheiter Bereifung bei dem derzeitigen Wetter überhaupt keine Probleme hat? Naja klar, wegen dem Gewicht auf der Hinterachse. Ich bin bisher auch noch kaum gerutscht, nur beim Bremsen in der Kurve muss man aufpassen dass es einen nicht über die Vorderachse geradeaus schiebt.
Also, vertraut Eurem Busfahrer, auch bei Eisglätte
…kann einem an einer entlegenen Strasse hinten in AC-Brand schonmal sowas passieren:
An die 100 Kühe werde da vom Bauernhof auf eine der Weiden getrieben. Im optimalen Fall nur auf die andere Strassenseite, manchmal aber auch 200m die Strasse rauf auf eine andere Weide. Da hilft nur ein wenig Geduld. Das passiert hier jeden Morgen, und wer hier längs fährt, der weiss das normalerweise auch.
Lustig finde ich das aber irgendwie schon, auch wenn ich mit dem Bus einen gewissen Zeitplan einhalten muss.
Eigentlich wollte ich es brühwarm verbloggen, und irgendwie ist es dann doch wieder liegen geblieben: Mein erstes Knöllchen, vor sechs Wochen ungefähr war es soweit.
Ich fuhr irgendwo im Nirgendwo zwischen Broich und Herzogenrath rum, und habe 15 Schüler von der Schule zum Sportplatz gebracht. Das übliche Bild im Bus, die coolen Jungs sitzen alle hinten. Der Lehrer hat guten Tag gesagt und ist dann mit dem PKW vorgefahren.
Das Forschungszentrum in Jülich liegt etwas ausserhalb und ist eigentlich eine kleine Stadt für sich. Naja, eher eine große Stadt! Es gibt in dem Komplex sogar eigene Tempo-70 Landstrassen, und Gebäude dass man sich schwindelig fahren kann.
Dummerweise gabs am Eingang keinen Lageplan mehr, ich habe mir um diese Fahrt aber ohnehin recht wenig Gedanken gemacht weil wir zwei Busse waren und der vorausfahrende Kollege die Tour kannte.
Da denkt man, so langsam war es das mit Winter, da kommt man morgens aus dem Haus und schon wieder ist alles weiß.
Die Tour, die ich dann fahren durfte, ist zugegeben sehr entspannt, bei fast jeder Station muss man etwas warten, damit man nicht zu früh an der nächsten Haltestelle ist.
Dieses Mal habe ich dann die Wartezeit lieber auf der Strasse verbracht, in dem ich nämlich mit dauerrappelndem ABS im Schneckentempo diese Strasse mit geschätzten 10% Gefälle im Schneckentempo runtergerutscht bin.
Unter dem Schnee war blöderweise nicht mal Asphalt sondern Eis. War nicht so toll, ist aber gut gegangen. Aber es ist schon eine echte Grenzerfahrung, zu merken, wie das Gewicht des Busses schiebt und man kaum stehen bleiben kann.
Am letzten Wochenende ging es für mich ins Sauerland. Über die Fahrt hatte ich schon im Dezember mit dem Kunden gesprochen und da auch seitens des Busunternehmens nichts dagegen sprach, wollte ich jetzt auch keinen wetterbedingten Rückzieher machen. In diesem Fall ist es so, dass ich häufiger mit dem Kunden – eine Regionalligafussballmannschaft – fahre und da auch schon mal über zukünftige Fahrten gesprochen wird. Also ob ich das zeitlich machen könnte etc. Dann hängt es natürlich davon ab, wie die Planungen beim Busunternehmen sind. Wenn wenig los ist, werden verständlicherweise erstmal die festangestellten Fahrer verplant und dann geht man trotz Kundenwunsch schon mal leer aus.
Da es im Moment ein bisschen ruhiger ist und es nicht so viel zu fahren gibt nutze ich mal die Gelegenheit ein wenig über das Drum und Dran zu schreiben.
Bus fahren heißt letztendlich ja meistens nicht nur sich in den Bus zu setzen und von A nach B fahren. Das ist zwar das, was der Fahrgast mitbekommt, aber noch lang nicht alles. Zugegeben, es gibt Fahrten, da macht man wirklich nicht viel mehr. Das sind aber eher Ausnahmen, wie z.B. kurze innerstädtische Transfers.
Den ersten Beitrag in diesem Blog hat Martin 2008 mit Busfahrer aus Leidenschaft betitelt und genau das kann ich so von mir auch behaupten. Warum macht man auch sonst just for fun den Busführerschein?
Martin war so nett und hat mir die Vorstellung mit dem Beitrag Hobbybusfahrer unter sich quasi abgenommen. Wie der Titel es schon sagt, fahre ich genauso wie Martin nicht hauptberuflich, sondern aus Spaß und Leidenschaft an der Sache nebenberuflich Bus. Den Busführerschein habe ich vor 5 Jahren gemacht und von Anfang an habe ich eine Vorliebe für “richtige Busse”, also keine Sprinter oder Ähnliches (irgendwie fühlt sich das beim fahren nicht wie Bus, sondern mehr wie Auto an). Sprinter mit 18 Sitzplätzen sind zwar von der Zulassung her auch Busse, aber technisch oft meilenweit davon entfernt und das merkt man beim fahren auch.
Jetzt hat Martin mich gefragt, ob ich nicht Zeit und Lust habe mitzubloggen und da habe ich spontan zugesagt, weil ich selber gerne im Blog mitlese und es sicher Spaß machen wird hier selbst zu berichten.
Soviel zu Vorstellung, ansonsten freue mich genauso wie Martin über Feedback zu meinen Beiträgen und viele Kommentare.