Archiv für die Kategorie: “Spezielle Fahrgäste”

Neuss ist nicht wirklich weit weg von Aachen, aber um einen ganzen Spielmannszug mit samt Instrumenten zu befördern, macht es doch schon Sinn, einen Bus zu mieten. Der Zug, den ich am Wochenende gefahren habe, fährt mit dem Unternehmen schon seit 60 Jahren, zu verschiedensten Auftritten, und einmal im Jahr gleich mehrmals zum Schützenfest nach Neuss, was offenbar sehr sehr umfangreich abgehalten wird.

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Am Phantasialand bei Brühl wurde im letzten Jahr viel umgebaut, und ich habe diese Woche das erste Mal auf dem neuen Busparkplatz gestanden. Kann wohl sein dass das schon länger fertig ist, aber ich kannte es noch nicht.

Abzuholen war eine große Gruppe mit drei Bussen in Alsdorf, wobei es allerdings die Dispo geschafft hatte, drei ortsunkundigen Busfahrer zusammen loszufahren, wovon zwei nur englisch sprechen. Also mussten wir erstmal etwas kreisen, schliesslich haben wir unsere Gruppe aber am Parkplatz gefunden.

Die Ortsangabe der Dispo war Schwimmhalle Alsdorf, die in Google Maps leider an einer anderen Stelle angezeigt wird. Wo die Schwimmhalle nun wirklich ist weiss ich nicht, der Parkplatz ist jedenfalls genau auf der anderen Seite der B57, am Luisenhof.

Also, Leute einladen und los gehts, ich bin vorgefahren weil die anderen beiden sich noch weniger auskannten als ich ;)

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Letztens hatte ich mal die Gelegenheit, innerhalb einer Woche je eine im Schnitt 15-köpfige Klasse, vorwiegend bestehend aus Mädchen im Alter zwischen 15 und 17, vom Flughafen abzuholen oder wegbzubringen.

Die türkischen Mädchen kamen mit drei Lehren/Herren als Begleitung. Ich kann nur vermuten, dass Frauen in der Türkei diese Aufgabe nicht zugeteilt wird, anders kann ich mir nicht erklären, dass einer Gruppe Mädchen mit drei Männern reist. Sie haben Gastfamilien im Rahmen eines dreiländer-Austauschprojektes besucht. Problem war wohl hier, dass sie kein englisch sprechen.

Die deutschen Mädchen habe ich zu einem mehrtägigen Ausflug gefahren, die englischen Mädchen kamen ebenfalls zu einem Schüleraustausch nach Deutschland.

Es gibt aus Sicht des Busfahrers bemerkenswerte Unterschiede, die ich hier mal kurz skizzieren möchte:

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“Hans von Aachen”, so heisst ein wieder entdeckter Künstler mit Aachener Wurzeln, und eben zu diesem bzw. zu seinen Werken wurde letzte Woche eine Ausstellung eröffnet. Der Andrang war groß, über 700 Menschen wurden im Aachener Rathaus empfangen und sollten mit insgesamt 5 Bussen im Pendelverkehr zur Vernissage im Suermondt-Ludwig Museum gebracht werden.

Ich durfte den einzigen Kleinbus des Unternehmens fahren, einen Mercedes Vario O614, der zugegebenermaßen kaum Durchzug hat. Das verstehe ich kaum, denn eigentlich sollte der schon etwas vorwärts gehen, hier tut sich aber echt nicht viel. Vielleicht hat man den Lader schon kaputt bekommen?

Besonders gepflegt wird der Bus jedenfalls nicht, auch musste ich erst einmal durch die Waschanlage fahren, denn mein Job heute Abend ist offenbar ein ganz besonderer…

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Noch ein paar Anekdoten aus den Behindertenfahrten:

Vor ein paar Tagen hatte ich morgens eine Tour mit einem etwas vorlauten jungen Mann dabei. Der Betreuer fragte, ob ihm wohl in der Werkstatt die Mädels hinterherlaufen würden. Nee meinte er, die würden ihn ständig abknutschen. Aber die Soundso kann keinen Zungenkuss, das müsse er ihr noch beibringen.

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Während der letzten Tage bin ich immer dieselbe Caritas-Tour gefahren, bis auf einmal. Von einer anderen Werkstatt habe ich eine deutlich weniger pflegeleichte Gruppe abgeholt, die Begleitung war aber auch deutlich routinierter als derjenige, der mich auf der anderen Tour begleitet.

So gabs nun auch mal Handgemenge im Bus, und aufgefallen ist mir speziell ein junger Mann, der mich an Edward mit den Scherenhänden (zum Glück ohne Scherenhände) erinnert hat. Der wurde von einer jungen Frau geärgert, hat darauf hin den Platz gewechselt und als Resultat über einen Zeitraum von 10 Minuten eine Salve von übelsten Beschimpfungen und Schimpfwörtern abgelassen, dass ich nicht wusste ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte.

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Es gibt in dem Unternehmen, für das ich gerade fahre, tatsächlich Reisebusfahrer, die sich weigern, einen Linienbus zu steuern. Gut, mit dieser Konsequenz scheinen sie tatsächlich durchzukommen, wenns denn einmal geklappt hat wird man von der Disposition nicht mehr mit den nicht so “angenehmen” Fahrten belästigt.

Mir ist das ziemlich egal, ich sammle immer noch Erfahrungen, und nach meiner Schul-Tor-tour standen letzte Woche mal ein paar Tage Linienbus fahren an. Mit Begleitung, die den Weg kennt, also eigentlich kein Problem.

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Im Moment geht beim Busunternehmen wieder die Post ab. September und Oktober ist Hochsaison, viele Kurzurlaube, viele Clubs und sonstige Grüppchen absolvieren ihre Jahresausflüge in dieser Zeit, und an Mosel und Rhein jagt ein Weinfest das Andere.

Letzte Woche spricht mein Chef mich an, ob ich am Montag nach Boppard fahren kann, mit einem 9-Sitzer Sprinter eine kleine Gruppe abholen. Die Gruppe ist am Freitag hingebracht worden, und die Tour hätte ich letztes Jahr doch auch gefahren.

Was? Das weiss der noch? Ui!

Zur Erklärung: es gibt hier ca. 100 kleinere und 10-15 größere Busse, und jeden Tag sind Fahrer zu verschiedensten Zielen unterwegs. Klar sind viele Behinderten- und Schultouren dabei, aber übrig bleiben immer noch immens viel. Von daher war ich echt erstaunt, aber es gibt so Menschen, die können sich sowas einfach merken.

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Gestern Nachmittag habe ich die Bande wieder abgeholt und die Rückfahrt war wie vermutet ziemlich ruhig ;)

Blöderweise habe ich wieder vergessen, Fotos zu machen, so dass es hier nur eben diesen kurzen Beitrag gibt, ohne Fotos vom Kofferraum. Okay, war auch nicht wirklich spektakulär.

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Am Freitag, also vorgestern, ging es zum Cappenberger See, ein Badesee mit einigen Freizeiteinrichtungen im Norden von Lünen. Fahrgast ist der Aachener Schwimmverein, und ich vermutete, es handelt sich um einen Ausflug zu einem Wettbewerb, denn auch ein Freibad gibt es dort. Komisch war nur, dass der Verein bis zum Sonntag vor Ort bleibt und ich sie dann auch dort wieder abholen soll.

Mal sehen…

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